Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen Baby 10 Monate

Frage: Abstillen Baby 10 Monate

Nana2017

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Hallo liebe Expertinnen, Mein Baby ist jetzt neuneinhalb Monate alt und ich Stille noch.Tagsüber noch zwei bis drei Mal und Nachts sogar alle zwei bis drei Stunden. Ich möchte schon länger abstillen, habe es aber immer wieder nach hinten verschoben aus all den guten Gründen die fürs stillen sprechen. Jetzt möchte ich aber wirklich nicht mehr. Ich habe jetzt überlegt die Osterfeiertage und eine Woche Urlaub danach zu nutzen um abzustillen. Der Kleine verweigert die Flasche trinkt aber ein paar schlücke Milch aus dem Becher. Ich glaube aber nicht, dass er schon ohne Fläschchen durch die Nacht kommt. Wie kann ich ihm das Fläschchen schmackhaft machen, soll ich tatsächlich dem Vater die Nächte überlassen wie man so oft hört und Stille ich auf einmal ab oder Mahlzeit für Mahlzeit? Ich habe schon viel gelesen aber die meisten sanften abstillmethoden sind erst für Kinder über einem Jahr. Danke für ihre Antwort!


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Nana2017, wenn Du abstillen möchtest, dann sprich mit deinem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeige ihm, dass Du es selbstverständlich noch genau so lieb hast wie schon immer. Du entziehst ihm die Brust aber nicht dich selbst und deine Liebe. Dazu kannst Du die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, Euer Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probiere es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. Ich würde jetzt schon lieber noch Säuglingsmilch anbieten und nicht noch mehr Beikost und langsam eine Stillmahlzeit nach der anderen ersetzen. Pre-Milch kannst Du nach Bedarf anbieten und Dein Kind kann trinken, so viel es mag. Hast Du probiert, Deinem Baby in der Nacht die Flasche mit Pre-MIlch anzubieten? Oft wird das nach einigen Tagen akzeptiert und in diesem Alter hat ein Baby meist auch in der Nacht noch Hunger. Ich gebe dir jetzt Tipps, wie dein Baby die Flasche nimmt. Lass immer JEMANDEN ANDEREN die Flasche anbieten, mach es nie du selbst. Es gibt einige Tricks, die helfen können: - versucht die Flasche anzubieten, wenn das Baby nicht allzu hungrig (zur regulären Stillzeit wird es keine Experimente mitmachen wollen) ist; - lass die fütternde Person das Baby ganz liebevoll halten, während die Flasche angeboten wird; - anstelle den Sauger in den Mund zu schieben, die Unterlippe damit kitzeln, damit das Kind selbst ihn nimmt; - dein Baby könnte in ein Kleidungsstück eingewickelt werden, welches nach dir riecht; - der Sauger der Flasche könnte mit warmen Wasser auf etwa Körpertemperatur gebracht werden; - probiert verschiedene Sauger - Silikon + Kautschuk, verschieden Formen, größere oder kleinere Sauger; - versuche, verschiedene Trinkpositionen ausprobieren zu lassen; - vielleicht geht es mit rhythmischen Schaukeln besser, auch Gehen kann Erfolg bringen. Einige Babys nahmen die Flasche, wenn sie im Autositz saßen, besser; - probiere, die Flasche zu geben, wenn dein Baby schläft; gib nicht sofort auf, wenn es nicht klappt, probiert es weiter - aber bedenke auch, dein Baby kann auch aus einer Tasse, vom Löffel, mit der (Kunststoff-) Pipette oder dem "Soft Cup" gefüttert werden - es muss nicht zwangsläufig eine Flasche sein. LLLiebe Grüße, Biggi


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