Tina126
Liebe Biggi, ich möchte seit einiger Zeit schon unsere 22 Monate alte Tochter abstillen, aber ich weiß nicht so recht wie. Aktuell stille ich noch abends, nachts (alle 1-2 Stunden) und zum aufwachen. Ich kann aber langsam nicht mehr. Wir haben noch eine “große”Tochter, so dass ich seit fast 4 Jahren selten mehr als 3-4 Stunden am Stück geschlafen haben und das ganze rumgehampel beim Stillen (außer nachts) macht mich innerlich irgendwie total nervös. Sie macht dabei richtige Turnübungen und viel Quatsch. Ich glaube, sie trinkt nur noch aus Gewohnheit, aber bisher sind alle Versuche gescheitert sie abzustillen. Sie ist extrem auf meine Brust fixiert und sehr stur. Sogar in der Krippe sagen die Erzieherinnen, dass sie bisher kein so extrem stures Kind hatten. Mein Mann ist unter der Woche beruflich unterwegs, somit bin ich mit den Kindern alleine und kann das ewige und sehr lautstarken brüllen nach der Brust nicht gut aushalten, weshalb wir es lange nicht versucht haben mit dem Abstillen. Wir haben es in jedem Urlaub geschafft, dass mein Mann sie nachts nimmt und das ok war. Aber sobald er nicht da war hat sie nur gebrüllt und damit ihre Schwester geweckt. Ich arbeite 70% und kann nicht jede Nacht um 2 Uhr mit beiden Kindern aufstehen, die dann beide brüllen oder den Tag beginnen wollen. Ich war sogar schon ein paar Tage weg und sie hatte keine Probleme damit, aber das erste was sie wollte als sie mich gesehen hat, war natürlich ihre Mimi. Ich habe mir schon all deine Tipps hier durchgelesen und einige versucht aber irgendwie bekomme ich es nicht hin. Gibt es etwas, um einfach keine Milch mehr zu produzieren? Ich habe das Gefühl, dass das das einzige ist, was bei uns helfen kann. Ich habe nicht mehr genug Kraft, alleine eine Woche ein schreiendes Kind zu haben das mich versucht den ganzen Nachmittag und Abend auszuziehen und gebe dann nachts doch nach, um einfach schlafen zu können. Vielen Dank für Deine Hilfe Tini
Liebe Tini, am besten wäre es, wenn du schrittweise vorgehen würdest und anfangs stillfreie Stunden einführen würdest. Kennst du Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte“? Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Dazu kannst du wie folgt vorgehen: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch Weinen oder Schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst du deiner Kleinen während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Die ersten paar Nächte werden nicht einfach werden und dein Kind wird erst einmal toben. Vielleicht kannst du an einem Wochenende beginnen, damit du tagsüber etwas ausruhen kannst. Dein Kind wird sich irgendwann an die neue Situation gewöhnen und ihr werdet das auch schaffen. Je klarer und sicherer DU bist, umso leichter machst du es deinem Kind. Denn unsere Kinder spüren jeden Zweifel in uns und dann fällt es ihnen schwerer, uns zu folgen (im wahrsten Sinne des Wortes). Gib deinem Kind ganz viel Liebe und tröste es, zeige ihm, dass du seinen Schmerz verstehst. Deine Kleine wird das verkraften, denn du bist ihr Leuchtturm und sie wird sich an dir orientieren. Hab Geduld, mit liebevoller Konsequenz schaffst du das! Könntest du das Abstillen evtl. auf den Urlaub legen? Oder ein langes Wochenende? Lieben Gruß Biggi
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