Mitglied inaktiv
Hallo, ich stille meinen 3,5 Monate alten Sohn voll und habe bisher noch nie abgepumpt. Jetzt würde ich gerne einen Abend fortgehen. Wann soll ich die Milch dafür abpumpen, soll ich ein Fläschchen verwenden und: trinkt er überhaupt auf Anhieb aus dem Fläschchen oder soll ich vorher mal "üben"? Meine zweite Frage: Meine Brüste spannen manchmal sehr und ich versuche, ein bißchen Milch auszustreichen. obwohl ich zwischendurch schon mal von selbst "überlaufe", bin ich dann so nervös, dass der Milchfluss nicht einsetzt. Hättest du vieleicht ein paar Tipps für mich? Liebe Grüße und vielen Dank im Voraus Elke
? Liebe Elke, DEN idealen Zeitpunkt zum Abpumpen gibt es nicht. Manche Frauen pumpen unmittelbar nach dem Stillen noch etwas ab, andere etwa in der Mitte zwischen zwei Stillzeiten oder aber auch während des Stillens an der anderen Seite. Du wirst einfach ausprobieren müssen, was bei euch am besten klappt. Der Schlüssel zum erfolgreichen Abpumpen ist das Auslösen des Milchspendereflexes. Um den Milchspendereflex anzuregen hilft es, wenn die Frau sich in eine angenehme Umgebung zurückziehen kann, in der sie so wenig wie möglich gestört wird und sich entspannen kann. Das Einhalten eines Rituals beim Abpumpen und Konzentration auf das Baby (vor einem Foto des Babys oder neben dem Kind abpumpen) tragen dazu bei, den Milchspendereflex auszulösen. Wärmeanwendungen und Massage der Brust stimulieren den Milchspendereflex ebenfalls. Es hat sich bewährt, nach dem Schema 7 Minuten pumpen - unterbrechen zum Massieren der Brust - 5 Minuten pumpen - massieren der Brust - 3 Minuten pumpen, vorzugehen. Eine Brustmassage kann auch dazu beitragen den Fettgehalt der abgepumpten Milch erhöhen. Bei den ersten Pumpversuchen ist es normal, dass noch keine großen Mengen zusammenkommen. Es gibt allerdings auch Frauen, die trotz absolut reichlichem Milchangebot nicht erfolgreich pumpen können. Für diese Frauen kann das Handausstreichen die bessere Wahl sein. Doch auch das Handausstreichen muss korrekt durchgeführt werden und sollte deshalb unbedingt von einer Stillberaterin mit entsprechender Erfahrung gezeigt werden. Generell sollte keine Frau eine Pumpe in die Hand nehmen, ohne dass sie eine ausführliche Pumpberatung erhalten hat. Pumpen muss gelernt und geübt werden und dann kommt es auch noch auf die verwendete Pumpe an, denn da gibt es sehr große Unterschiede. Falls deine Brust spannt und dein Kind nicht trinken mag, ist vorsichtiges Entleeren mit einer effektiven Pumpe oder durch Handausstreichen zu empfehlen. Allerdings nur gerade so viel Milch entleeren, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Du dich wieder wohl fühlst. Wenn Du einen Vorrat anlegen willst, kannst Du jeden Tag ein oder zwei Mal etwa 30 ml abpumpen und diese Mengen einfrieren. Auf diese Weise hast Du rasch einen Vorrat und greifen nicht zu sehr in das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage ein. Ob dein Kind auf Anhieb aus der Flasche trinken wird, kann niemand vorhersagen. Wenn Du unbedingt vorher „üben" magst, dann überlass das bitte jemand anderem. Für das Kind und eure Stillbeziehung ist es besser, wenn klar ist „Mama - Brust, Babysitter (wer auch immer diese Aufgabe übernimmt) - Flasche". Lass dir doch auch mal von einer Stillberaterin zeigen, wie das Füttern mit dem Bechern geht. Dann brauchst Du keine Flasche und Sauger zu kaufen und riskierst auch keine Saugverwirrung. Wenn Du mir deinen Wohnort mit Postleitzahl angibst, suche ich dir gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. LLLiebe Grüße Biggi
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