Fuxifux
Liebe Frau Welter, unsere Tochter wird im Mai 2 Jahre alt und war schon immer ein sehr intensives Stillkind. Den Schnulli hat sie mit einem halben Jahr abgeschafft, aus der Flasche trinkt sie nicht. Der einzige Ort zum Nuckeln bin ich - und hier setzt meine Frage an. Wir stillen schon seit langer Zeit nur zum Einschlafen und nachts. Sie ist eine sehr schlechte Schläferin, wacht manchmal fast stündlich auf und hat noch keine Nacht in ihrem Zimmer verbracht. Wir haben schon alles Mögliche versucht, aus dieser Situation herauszukommen, weil es einfach anstrengend ist und mich die Leute (inkl. Kinderarzt) so langsam doof anschauen. Sämtliche Versuche scheiterten aber bisher. Sie schreit sich absolut in Rage, obwohl sie ganz nah bei mir ist und direkten Hautkontakt hat. Wir versuchen es mit sanftem Abstillen, aber das braucht sehr viel Nervenstärke. Woran könnte es denn liegen, dass sie so häufig aufwacht und hätten Sie eine Idee, was ich noch versuchen könnte? Momentan lese ich der Großen eine Geschichte vor und die Kleine muss auf meinen Arm gekuschelt warten, bis ich mit Lesen fertig bin. Ich hoffe irgendwie, dass sie sich dabei irgendwann so entspannen kann, dass sie einschläft. Vielen Dank und viele Grüße!
Liebe Fuxifux, es kann sein, dass deine Kleine sich einfach eine Extraportion Mama holt und die innige Stillzeit sehr genießt. Es kann aber auch sein, dass sie deine Zweifel sehr spürt und umso mehr klammert und nach der Brust verlangt. Das Wichtigste überhaupt ist allerdings, dass du fest zu deinem Entschluss stehst. Für viele von uns ist es sehr ungewohnt zu sehen, wie begeistert und mit wie viel Freude ein Kleinkind stillt. Deine Kleine verhält sich gar nicht so "brustversessen" wie du glaubst, viele langzeitgestillte Kinder zeigen sehr deutlich wie viel ihnen das Stillen bedeutet. Wird es dem Kind überlassen, wann es sich selbst abstillt, dann stillen sich die meisten Kinder irgendwann zwischen dem zweiten und dem vierten Geburtstag ab. Ein Abstillen deutlich vor dem zweiten Geburtstag auf Initiative des Kindes hin ist eher unwahrscheinlich. All diese theoretischen Überlegungen helfen dir jedoch nicht weiter, denn du fühlst dich in der derzeitigen Situation unwohl. Wenn sich in einer Stillbeziehung ein Partner nicht mehr wohl fühlt, dann ist es an der Zeit zu überlegen, was geändert werden kann. Sicher ist ein 22 Monate altes Kind noch nicht in der Lage alles Gesprochene bis ins letzte Detail zu verstehen, doch ich denke, dass der erste Schritt für dich sein sollte, dass du mit deinem Kind darüber sprichst, wie es dir geht und was du nicht mehr möchtest. Dann könnt ihr als Eltern eine Art Plan machen, wie ihr vorgehen wollt, um das Stillen etwas einzuschränken. Stillen nach Bedarf ist bei einem Kind über einem Jahr nicht mehr ein so eng gefasster Begriff wie bei einem kleinen Baby und liebevoller Konsequenz lassen sich auch bei einem Kind in diesem Alter in einem gewissen Rahmen Regeln aufstellen. Das Wichtigste ist jetzt, dass du Klarheit für dich bekommst. Möchtest du tatsächlich abstillen (oder feste Stillzeiten einführen?), oder wäre ein "wir stillen nur noch abends zum EInschlafen und morgens vor dem Aufstehen" auch ok für einige Zeit? Je klarer du für dich bist, was dein Ziel ist, desto besser lässt es sich erreichen. Denn unsere Kinder spüren jeden Zweifel in uns und dann fällt es ihnen schwerer, uns zu folgen (im wahrsten Sinne des Wortes). Es ist auch völlig okay, wenn du deiner Kleinen noch etwas Zeit schenkst, sie wird immer reifer und wird irgendwann auf die Brust verzichten können. Ist es denn DEIN Wunsch, nicht mehr zu stillen oder erfüllst du eine Erwartung deiner Umwelt? Selbstverständlich wird sich nicht von heute auf morgen eine plötzliche Änderung ergeben, das geschieht in kleinen Schritten und selbstverständlich wirst du mit Rückschritten rechnen müssen, doch mit viel Liebe und Beharrlichkeit, kannst du einen Weg finden. Höre in dich hinein und treffe eine Entscheidung, du wirst sehen, deine Kleine wird sie akzeptieren. Lieben Gruß Biggi
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