Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

7 Stunden Pause und dann weniger Milch????

Frage: 7 Stunden Pause und dann weniger Milch????

Mitglied inaktiv

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Hallo :-) unser Sohnemann ist heute 12 Tage alt und das Stillen hat seit dem Milcheinschuss bisher immer super geklappt. Seid wir zu Hause sind, kommt er tagsüber ca alle 2 Stunden und lässt uns nachts 4-6 Stunden schlafen. Heute Nacht habe ich ihn um viertel vor 3 satt und sauber weggelegt und er hat uns erst um viertel vor 10!!! wieder geweckt.... kann es wirklich sein, dass er uns so lang schlafen lässt, oder muss ich mir Sorgen machen? Komischerweise hatte ich heute, trotzdem dass ich 7 Stunden nicht angelegt habe, nicht soviel Milch wie sonst (Ich pumpe zur Zeit etwas ab, weil ich heute auf eine Beerdigung muss. Kann ich eigendlich die Milch von gestern und heute zusammenkippen, wenn sie im Kühlschrank stand und die gleiche Temperatur hat? Entschuldigung für die vielen Fragen und danke schön :-) LG Melli


Biggi Welter

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Liebe Melli, ein voll ausgetragenes, gesundes und gut gedeihendes Kind kann schlafen, so lange es will. In der Regel weiß das Baby selbst am besten, was es wann braucht, gleich ob es sich dabei um Nahrung oder Schlaf handelt. Die einzige Ausnahme wäre ein schlecht zunehmendes Baby. Diese Kinder müssen unter Umständen von der Mutter geweckt und zu häufigerem Stillen angeregt werden. Ob Ihr Kind gedeiht können Sie bei einem vollgestillten Baby an den folgenden Anzeichen erkennen: o mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass "nass" ist, können Sie sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.). o in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal) o eine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von mindestens 110 g pro Woche ausgehend vom niedrigsten Gewicht (mit zunehmendem Alter verringert sich die durchschnittliche Gewichtszunahme), o eine gute Hautfarbe und eine feste Haut, o Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs o ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen. Solange diese Kriterien erfüllt sind, dürfte alles in Ordnung sein. Warum meinen Sie, dass Sie weniger Milch haben wie sonst? Weiche Brüste sind KEIN Hinweis auf zu wenig Milch, im Gegenteil, nach den ersten Wochen ist es absolut normal, dass die Brust wieder weich (und oft auch kleiner wird). Das bedeutet nicht, dass die Milch weniger geworden ist, sondern ist ein Hinweis darauf, dass sich die Stillbeziehung eingespielt hat. Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stillmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Sie können die Milch ohne weiteres zusammenschütten und verwenden, nur mit der Flasche wäre ich in diesem Alter sehr vorsichtig. Sie könnten die Milch mit einer alternativen Fütterungsmethode anbieten (lassen). Dazu zitiere ich aus dem "Handbuch für die Stillberatung" von La Leche Liga: "Viele Stillexperten haben beobachtet, dass ein Neugeborenes auf den Wechsel zwischen Brust und Flasche während der ersten Lebenswochen mit Verwirrung reagieren kann (Neifert, 1995). Diese Verwirrung kann dadurch verursacht werden, dass das Baby seine Zunge, seinen Kiefer und seinen Mund beim Stillen anders bewegt als beim Saugen an einer Flasche, einem Beruhigungssauger (Schnuller) und den meisten Formen der Stillhütchen (Newman, 1990). In einer Studie zeigte sich, dass 30 % der Mütter, deren Babys im Krankenhaus Flaschen erhalten hatten, von ernsthaften Stillproblemen berichteten, gegenüber 14 % der Mütter, deren Babys keine Flasche erhalten hatten (Cronenwett, 1992). Kittie Frantz, eine frühere LLL-Stillberaterin, Kinderkrankenschwester und Ausbilderin für Stillberatungskurse an der Universität von Kalifornien, Los Angeles, schätzt, dass künstliche Sauger während der ersten drei bis vier Wochen bei 95 % der Babys zu einer Saugverwirrung führen. Manche Babys reagieren nach einer Woche, während der sie mit der Flasche gefüttert wurden, mit einer Saugverwirrung, andere bereits nach ein oder zwei Flaschen - oder anderen künstlichen Saugern. Ein Baby, das in den ersten drei oder vier Wochen gut an der Brust trinken gelernt hat, ist weniger anfällig für eine Saugverwirrung. ... Dr. Ruth Lawrence warnt vor dem Gebrauch eines Beruhigungssaugers während der ersten Lebenswochen, weil die Möglichkeit besteht, dass das Baby auf den Sauger "geprägt" werden kann. Diese "Prägung" kann dazu führen, dass das Baby eine Vorliebe für feste und unnatürlich geformte Sauger entwickelt. Der Begriff "Prägung" wird auch benutzt, um die Bindung zu beschreiben, die manche Tiere zu dem ersten Objekt oder Lebewesen aufbauen, das sie zu Gesicht bekommen. "Das Saugen am Daumen oder Beruhigungssauger stellt eine Ersatzhandlung dar für etwas, was normalerweise zu einer Prägung auf die mütterliche Brustwarze führt. ... Auch wenn der Begriff ›Saugverwirrung‹ noch keinen Eingang in die medizinische Literatur gefunden hat, gibt es eindeutige psychosomatische Beweise dafür, dass die Prägung eines Menschen durch die Einführung eines Fremdobjektes während der Prägephase verändert werden kann" ." LLLiebe Grüße, Biggi


Mitglied inaktiv

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Hallo nochmal :-) vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich dachte, weniger Milch zu haben, da die Brüste weicher sind als sonst. Dass sich das einspielt, wusste ich gar nicht #12 dann bin ich ja beruhigt. Bisher nimmt mein Sohnemann gut zu, meine Hebamme ist sehr zufrieden. Er ist aufgeweckt und sieht gesund aus, also scheint ihm die Menge zu reichen. Stuhlgang und nasse Windeln hat er wahrlich genug #12......... Die Flasche ist eine Ausnahme, weil mein Mann während der Messe und Beerdigung auf den Kleinen aufpasst. Sollte er dann Hunger bekommen, muss er ja irgendwas essen. Die Flasche ist eine Ausnahme, unser Sohnemann wird sonst natürlich voll gestillt. Liebe Grüße Melli


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