lina456
Liebe Biggi, ich halte mich kurz: seit fast 2 Jahren stille ich meinen Sohn und nun merke ich, dass ich dabei einen Fehler gemacht habe... Ich habe meinen Sohn sozusagen beigebracht, dass Schlafen nur mit der Brust geht, da er immer in den Schlaf gestillt wird. Er hat für Brust und Schlafen sogar das selbe Wort. Egal ob zum Weiter- oder zum Einschlafen, es geht nur noch mit der Brust. Früher schlief er auch mal in der Trage, aber das ist lange vorbei. Nun möchte ich dies ändern, da ich möchte, dass auch der Papa oder mal die Oma ihn ins Bett bringen kann und ich möchte meinen Zyklus in Schwung bringen, da ich seit der Geburt immer noch keine Periode habe. Nun meine Frage: wie stelle ich es am besten an, dass er lernt, auch ohne Brust zu schlafen? Sollte ich Schnuller oder Nuckelflaschen und Tragen überhaupt probieren oder trainiere ich ihm das nächste Verhalten an, dass ich ihm wieder abtrainieren muss? Lieber ein paar Tage leiden und wirklich nicht viel helfen und mit ihm im Bett liegen und lediglich streichen und summen oder wäre da der Wechsel von Brust zu gar keinem Saugen zu heftig? Er wollte früher nie Schnuller oder ähnliches haben. Ich hoffe, du hast Tipps für mich. Ich habe das Stillen sehr genossen und ich finde es nach wie vor sehr praktisch, dass es mit dem Einschlafen damit so unproblematisch ist, aber ich möchte nun auch, dass er es ohne Brust lernt, damit wir im kommenden Jahr meine Arbeit bzw Familienplanung in Angriff nehmen können. Danke im Voraus!
Liebe lina456, ich würde in diesem Alter keine Flasche und keinen Schnuller mehr anbieten, sondern das Kind durch den Abstillprozess begleiten. Außerdem würde ich dir raten, dir möglichst viel Zeit zu lassen beim Abstillen, dann ist es leichter für dein Kind und auch für deine Brust. Sprich mit deinem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeige ihm, dass du es selbstverständlich noch genau so lieb hast wie schon immer. Du entziehst ihm die Brust aber nicht dich selbst und deine Liebe. Vielleicht versuchst du es damit, die Stillzeiten immer weiter zu verkürzen. Damit meine ich, du stillst dein Kind eine bestimmte Zeit und dann nimmst du es sanft von der Brust und streichelst es, kuschelst mit ihm, bietest ihm zusätzlich ein Kuscheltier oder eine Schmusedecke an usw. Im Laufe der Zeit verkürzt du die Zeit an der Brust immer mehr. Ich möchte dir nun noch ein paar nicht so drastische Methoden ein Kind abzustillen beschreiben. Vielleicht findest du etwas, was dir zusagt. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat, heißt „biete nicht an, lehne nicht ab“. Das bedeutet, dass du deinem Kind die Brust nicht von dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn du dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt dich hinzulegen, wenn du dein Kind zum Einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeitausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst deinen Sohn eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, euer Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt, oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Probiere es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. Liebe Grüße Biggi
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