Marie232431
Liebe Frau Welter, Ich möchte meine 26 Monate alte Tochter abstillen, ich habe es immer sehr genossen auch obwohl sie seitdem sie 12 Monate alt ist nur noch von einer Brust trinkt (und das sehr viel). Nun ist die Situation aber immer noch so, dass sie immer noch sehr viel an die Brust will tagsüber und auch nachts. Unter der Woche geht sie vier Tage von 10-16 Uhr in die Kita, dort ist es überhaupt kein Problem ohne Brust und sie hat viel Spaß dort. Ich bin mittlerweile teilweise sehr gereizt weil mich das ständige „milch“ (nachts bis zu 10 mal) langsam wahnsinnig macht. Alternativen tagsüber lehnt sie ab und wird sehr wütend wenn ich nicht sofort die Brust bereithalte. Nachts habe ich mich noch nicht heran gewagt, weil ich den wenigen Schlaf den ich bekomme nicht auch noch verlieren will(wir schlafen in einem Bett). Sie ist und war schon immer ein richtiges Brustbaby und ich frage mich wie ich sie nun von der Brust bekomme ohne unserer Beziehung zu schaden. Was halten sie von Tricks wie Brustabkleben, Bitterschmeckenden Salben etc.? Das langsame abstillen (Brust nicht anbieten aber auch nicht verwehren..) versuche ich jetzt seit ein paar Wochen aber ohne Erfolg, deshalb habe ich Angst bald völlig am Ende zu sein und dann nur noch im brutal von heute auf morgen abstillen die Lösung zu sehen. Sie ist durch die Brust auch total fixiert auf mich, ihr papa darf nichts übernehmen oder nur unter großem Gebrüll. Liebe Grüße, Marie
Liebe Marie, Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Stillen ist viel, viel mehr als nur Nahrung für den Körper und deshalb bedeutet Stillen nicht nur, dass das Kind Mahlzeiten an der Brust zu sich nimmt. Das sollte Ihnen absolut bewusst sein, wenn Sie Ihr Kind abstillen: Sie ersetzen nicht einfach nur ein Nahrungsmittel durch etwas anderes. Die immer wieder vorgeschlagene „Curry Methode" (auch Senf- Methode genannt) kann einen sehr gravierenden Vertrauensbruch bedeuten. Stellen Sie sich vor, Ihre kleine Tochter kommt vertrauensvoll zu Ihnen, um an der Brust zu trinken und muss dann erfahren, dass die Brust abscheulich schmeckt. Können Sie sich den Schreck und Schock vorstellen? Ich will nicht leugnen, dass Kinder auf diese Weise abgestillt werden, doch um welchen Preis. Wenn Sie jetzt für sich beschlossen haben, dass Sie Ihren Kleinen abstillen wollen, so kann ich Ihnen nur davon abraten es auf durch „kalten Entzug" zu tun (z.B. ein Wochenende verreisen). Erstens kann dies zu einem schweren Bruch in der Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind führen und zweitens gibt es keine Garantie, dass Ihr Kind nach einem Wochenende oder einer Woche, die Sie verschwunden waren, nicht doch weiter an die Brust will. Es ist Dein gutes Recht, jetzt abzustillen und auch wenn es Deiner Kleinen nicht gefällt, musst Du klar und konsequent bleiben. Ich habe das Gefühl, dass Du Dich Deinem Kind unterlegen fühlst und nachgibst, weil es die Regeln vorgibt. Genau das ist jedoch falsch. DU bist diejenige, die bestimmt wo's lang geht, Dein Kind ist dazu noch viel zu klein. Und: Deine Tochter BRAUCHT es, dass DU die Zügel in die Hand nimmst. Also ist es Deine Aufgabe zu definieren, wie ihr jetzt die Stillzeit beenden werdet. Deine Kleine wird sich vehement wehren, sie wird toben, wüten und traurig sein, aber sie kann lernen, dass Du die Regeln aufstellst und jetzt nicht mehr stillen wirst. Wichtig ist, dass Dir klar ist, dass einige stressige Nächte und Tage bevorstehen, aber die müssen sein, denn bisher hat Dein Kind gelernt, dass es nur lange genug fordern muss, bis sein Wunsch doch erfüllt wird. Begleite Dein Kind, sei liebevoll und entziehe ihm die Brut, aber nicht Deine Liebe und bleibe konsequent. Wenn Dein Kind merkt, dass Du genau das meinst, was Du sagst, dann wird es die neue Situation auch akzeptieren. Es wird keinen Schaden erleiden, keine Bange. Wichtig ist allerdings, dass Du ruhig bleibst. Und denk daran: DU bist euer Chef, DU bist diejenige, die die Richtung vorgeben muss. Das gilt nicht nur fürs Schlafen, doch diese Übung wird Dir für andere Bereiche eures gemeinsamen Lebens gute Dienste erweisen. Lieben Gruß, und glaub mir: Du schaffst das, wenn du es wirklich willst!! Biggi
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