Frage im Expertenforum Kochen für Kinder an Dipl. oec. troph. Birgit Neumann:

Beikosteinführung zu zögerlich?

Frage: Beikosteinführung zu zögerlich?

dajale

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Guten Tag, unsere Jüngste ist fast 8 Monate alt und wird seit ca zwei Monaten an den Mittagsbrei herangeführt. Da unsere Großen alles begeistert in sich "hineingeschaufelt" haben, kenne ich folgende Situation noch nicht: Mehr als 1 oder 2 Teelöffel isst sie auf keinen Fall, sei es Gemüse, Obst, oder Getreidebrei. Sie wird ansonsten voll gestillt. Fingerfood jeder Konsistenz nimmt sie mit Begeisterung, muss beim Abbeißen aber sofort würgen und bekommt so fast nichts hinunter. Das Essen ist zur Zeit noch mehr Spielzeug als Nahrung. Ich bin bis jetzt noch nicht beunruhigt, aber: Wie lange kann ich das denn so weiter laufenlassen? Kann ich parallel verschiedenste Nahrungsmittel/ Breie anbieten, oder sollte ich damit noch besser abwarten, bis sie zumindest den Gemüsebrei in nennenswerten Mengen isst? Herzlichen Dank im Voraus PS: Mit Größe und Gewicht liegt sie im Durchschnitt


Birgit Neumann

Birgit Neumann

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Hallo dajale nein, du brauchst nicht das primäre Ziel zu verfolgen, dass deine Kleine zuerst größere Mengen Brei essen müsse, bevor du den Essensplan erweiterst. Bei der Beikost geht es bei nach Bedarf gestillten Babys ohnehin weniger darum, Stillmahlzeiten zu ersetzen. Mehr im Vordergrund steht hier das Ergänzen der Stillmahlzeiten. es geht vielmehr darum, dein Baby mit neuen Lebensmitteln und Esseindrücken zu konfrontieren. Als Stillmama kannst du die Beikost ganz gelassen angehen. Beikost kannst du wörtlich nehmen und zusätzlich zum Stillen mit deinem Baby das Abenteuer Beikost spielerisch beginnen. Bei der Beikost (von gestillten Babys) geht es nicht nur darum Brei zu geben, um Nährstoffe und Kalorien zuzuführen, sondern es geht viel mehr auch darum, neue Geschmackseindrücke, Esstechniken, Rituale, Konsistenzen und Nahrung i.A. kennen zu lernen, damit sich der Organismus langsam umstellen und umgewöhnen kann. Wenn dein Baby sitzen kann, ist es möglich vermehrt Fingerfood in den Plan zu integrieren. Dafür bekommt dein Tochter weich gegarte Gemüsesticks, die sie im eigenen Tempo an den Mund führen kann - und vielleicht isst... Wenn dein Baby selbständig isst, kann sie das Stückchen in den Mund nehmen, und es zunächst langsam und vorsichtig mit den Tastrezeptoren im Mund ertasten. Diese Tastrezeptoren sind bei Babys/Kleinkindern sehr weit vorne im Mund/Zunge platziert und bewerten die Nahrung/das Ding im Mund, entscheiden darüber ob es gegessen (=ob lecker oder ob es schlecht schmeckt und evtl giftig ist - ob die Konsistenz okay ist, schluckbar ist) werden kann. Was nicht okay ist, sich seltsam anfühlt, das wird ausgespuckt. Beim manchen Babys ist dieser "Ausspuckreflex" durchaus in diesem Alter noch sehr ausgeprägt vorhanden. Doch langsam lässt das immer mehr nach. Und je mehr sich dein Baby an neue Esseindrücke gewöhnt hat, desto mehr wird sie langfristig akzeptieren. Zubereitung babygerechter Gemüsesticks: Schneide aus rohen Gemüsesorten (bspw Möhre, Pastinake, Kohlrabi, Zucchini, Kürbis, Süßkartoffel, Kartoffeln, auch: Brokkoliröschen, Blumenkohlröschen) oder Obstsorten Apfel, Birne fingerdicke ca 8-10cm lange Stücke. Gare sie (dampfgaren oder in wenig Wasser dünsten) ohne Zusätze sehr weich. Fertig ist das Fingerfood. Vorraussetzung für diesen Selbstbedienungsteller ist immer: dein Baby muss selbständig sitzen können. Diese Sticks sind ein Erlebnis und zum Sattessen am Anfang nicht geeignet. Sie sind eine Bereicherung zu Brei (und Mumi) und führen zaghaft an feste Kost heran. Nur wenn sich dein Baby doch noch häufiger verschluckt (manche Babys neigen dazu) dann solltet ihr das Abenteuer besser aufschieben. Grüße B.Neumann


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