Hallo Herr Doc. ich habe nun 4 Icsi's hinter mir und nur eine Biochemische Schwangerschaft. Ich hatte nun einen Gyn Becken MRT und dabei kam raus das ich eine leichtgradige Kaiserschnittnische und Adenomyose habe. Was würden Sie empfehlen?Gibts andere Optionen schwanger zu werden ? Ist ein Frischtransfer das richtig oder eher Kryo ? Meine Frauenärztin aus dem Kinderwunschzentrum sagt mir man kann nichts anders machen also das eine Downregulierung nichts bringt. Gibts andere Mittel die der einnistung helfen könnten? Die Nische habe ich per Ultraschall nochmal schauen lassen die war nicht sichtbar und keine Flüssigkeit das war an Zyklustag 5. Bitte um kurze Aufklärung was ich tun könnte bei einer Adenomyose. Embryos waren immer Top Qualität und bin erst 35 Jahre geworden. Lg🙏
Liebe Patientin, zunächst einmal kann ich gut verstehen, wie enttäuschend es sein muss, nach vier ICSI-Behandlungen noch keine anhaltende Schwangerschaft erreicht zu haben. Allerdings sind Sie mit 35 Jahren noch in einem guten reproduktiven Alter, und die biochemische Schwangerschaft zeigt zumindest, dass bereits eine Einnistung stattgefunden hat. Die Adenomyose könnte tatsächlich eine Rolle spielen. Dabei wächst gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe in die Muskulatur der Gebärmutter. Dies kann zu einer chronischen Entzündungsreaktion, veränderten Gebärmutterkontraktionen und möglicherweise einer verminderten Einnistungsfähigkeit führen. Was würde ich Ihnen empfehlen? Downregulierung: Ich würde durchaus überlegen, die Adenomyose vor einem weiteren Embryotransfer für etwa zwei bis drei Monate mit einem GnRH-Agonisten hormonell ruhigzustellen. Ob dies die Lebendgeburtenrate tatsächlich verbessert, ist wissenschaftlich allerdings noch nicht ausreichend gesichert. Deshalb ist es keine Standardtherapie, aber eine individuell diskutierbare Möglichkeit. Kryotransfer statt Frischtransfer: In Ihrer Situation würde ich einen Kryotransfer erwägen. Dadurch könnte man die hormonelle Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut unabhängig von der Stimulation gestalten und gegebenenfalls eine Downregulierung vorschalten. Ein Kryotransfer ist bei Adenomyose allerdings nicht grundsätzlich erfolgreicher. Kaiserschnittnische: Dass im Ultraschall keine Flüssigkeit sichtbar war, ist zunächst beruhigend. Eine kleine Nische ohne Flüssigkeitsansammlung muss normalerweise nicht operiert werden. Allerdings würde ich die Nische und die Gebärmutterhöhle vor einem weiteren Transfer nochmals gezielt beurteilen lassen. Weitere Diagnostik: Nach mehreren erfolglosen Embryotransfers würde ich auch eine Gebärmutterspiegelung beziehungsweise eine gezielte Untersuchung der Gebärmutterhöhle und gegebenenfalls eine Abklärung auf chronische Endometritis in Betracht ziehen. Mein persönlicher Rat: Ich würde nach vier ICSI-Behandlungen nicht einfach unverändert weitermachen, sondern zunächst die bisherigen Behandlungen genau analysieren und insbesondere die Adenomyose nochmals beurteilen. Eine Frage hätte ich noch: Wurden bei Ihren vier ICSI-Behandlungen jeweils Blastozysten am fünften Tag übertragen, und waren es Frisch- oder Kryotransfers? Außerdem wäre interessant, ob die Adenomyose im MRT als leicht oder ausgeprägt beschrieben wurde. Diese Informationen würden mir helfen, Ihnen eine gezieltere Empfehlung zu geben. Bitte verlieren Sie nicht den Mut. Mit 35 Jahren bestehen durchaus noch gute Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft. Herzliche Grüße Dr. Friedrich Gagsteiger Medizinischer Hintergrund: Die aktuelle ASRM-Stellungnahme von 2026 bestätigt, dass eine Downregulierung bei Adenomyose individuell erwogen werden kann, die Datenlage hinsichtlich einer Verbesserung der Lebendgeburtenrate aber nicht eindeutig ist.
Guten Abend Dr. Gagsteiger, Ich hatte 2016 einen Transfer mit einem Tag-3-Embryo, und bereits der erste Versuch war erfolgreich. Unsere kleine ist mittlerweile neun Jahre alt, und wir wünschen uns sehr ein weiteres Kind. Im November hatten wir einen Frischtransfer mit einer 4AA-Blastozyste. Leider endete dieser in einer biochemischen Schwangerschaft. Danach folgten zwei weitere Frischtransfers, bei denen jeweils zwei Embryonen übertragen wurden – einmal an Tag 3 und einmal im Blastozystenstadium. Beide Versuche blieben leider ohne Einnistung. Die vierte ICSI war ein Kryotransfer im natürlichen Zyklus. Dabei wurden zwei 4AA-Blastozysten übertragen, leider ebenfalls ohne Erfolg. Im MRT wurden lediglich eine Adenomyose und ein leichtgradiges Nischensyndrom (Kaiserschnittnische) festgestellt. Weitere Informationen zur Ausprägung der Adenomyose enthält der Befund leider nicht. Ich habe zwar eine CD mit den MRT-Bildern, aber mein Frauenarzt konnte mir dazu nicht viel sagen. Mein Kinderwunschzentrum ist leider nicht besonders kommunikativ. Ich habe zunehmend das Gefühl, selbst recherchieren und nach möglichen Lösungen suchen zu müssen. Die Ärztin, die mich dort betreut, möchte den bisherigen Behandlungsplan beibehalten und sieht keine Notwendigkeit für eine Downregulierung. Das verunsichert mich sehr, und mittlerweile bin ich wirklich verzweifelt. Ich frage mich, ob die Adenomyose möglicherweise eine Rolle bei den bisherigen erfolglosen Transfers spielt und ob eine Downregulierung vor einem weiteren Versuch sinnvoll sein könnte. Eine Gebärmutterspiegelung ist bereits in der Uniklinik geplant. Ich hoffe, dass dadurch weitere Ursachen ausgeschlossen oder mögliche Probleme erkannt werden können. Vielen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung
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