Frage im Expertenforum Geburt an Dr. med. Stefan Kniesburges:

Periduralanästhesie-örtliche Schmerzausschaltung bei der Geburt

Frage: Periduralanästhesie-örtliche Schmerzausschaltung bei der Geburt

Mitglied inaktiv

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hallo! ich bekomme im jänner mein zweites baby, und ich weiss noch genau wie schmerzhaft die erste geburt war. jetzt überlege ich mir ein periduralanästhesie geben zu lassen. hat wer erfahrung damit? zu welchen zeitpunkt wird das gemacht? spürt man die schmerzen wirklich nicht so stark? und muss ich nach der geburt etwas beachten oder lässt die wirkung des schmerzmittels gleich nach? in welcher stellung kann man dann sein baby bekommen? fragen über fragen und ich weiss keine antwort. bevor ich mich mit meinen arzt unterhalte möchte ich vorher informieren. danke!


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Hallo, bei einer PDA wird nach lokaler Betäubung der Haut ein dünner Katheter über eine etwas dickere Spritze zwischen zwei Wirbeln der Lendenwirbelsäule in die Nähe des Rückenmark-Kanals geschoben. Über diesen Katheter kann man lokal wirksame Betäubungsmittel zur Schmerzerleichterung unter der Geburt aplizieren. Da eine Geburt in der Regel mehrere Stunden dauert, ist es notwendig, dass man bei nachlassender Wirkung immer wieder nachspritzen kann. Deshalb der Katheter. Eine PDA ist bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Gerinnungsstörungen, Hautentzündung an der Punktionsstelle am Rücken) bei jeder Geburt möglich. Sie wird entweder auf Wunsch der Frau oder aber auch bei manchen geburtshilflichen Problemen angewendet. Die Geburt sollte eindeutig im Gang sein, d.h. ab einer MuMu-Weite von etwa 3 cm wird eine PDA gelegt. Prinzipiell ist es möglich die PDA auch noch bei vollständigem MuMu anzulegen. Hierui muss die Frau aber ausreichend lange ruhig bleiben können. Oft ist das in dieser Phase der Geburt nicht mehr möglich, so dass es Anästhesisten gibt, die z.B. ab 6 oder 8 cm MuMu-weite keine PDA mehr anlegen. Das ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich. Die Dosierung bei der normalen Geburt wird so gewählt, dass die Wehen nicht mehr schmerzhaft sind aber noch gespürt werden. Die Muskulatur wird mit den modernen Medikamenten kaum noch beeinträchtigt, so dass auch das Pressen nicht beeinträchtigt wird. Schwerwiegende Risiken sind bei einer PDA extrem selten. Die häufigste Komplikationen, die man beobachtet sind Kreislaufreaktionen, die aber mit den modernen Medikamenten selten geworden sind, und eine ungewollte Punktion der harten Rückenmarkshaut mit der Folge von straken Kopfschmerzen. Vor der PDA wird der verantwortliche Anästhesist oder Geburtshelfer noch einmal alle möglichen Risiken und Komplikationen mit Ihnen besprechen. Schmerzhaft ist das Anlegen der PDA nicht, da die Punktionsstelle am Rücken lokal betäubt wird.


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