Kuhfu
Guten Tag liebes Team, Ich erwarte mein 4Kind. Aufgrund von sehr schnellen vorausgegangenen Geburten ( 1. 6std. 2. 3 Std, 3.30min) wurde bei 38+0 mit Eipollosung, Wehencocktail und Oxytocintropf eingeleitet. Zu diesem Zeitpunkt war der Muttermund zw. 5&6cm geöffnet Cervix bei 0.5cm, der Kopf fest im Becken und am das CTG schreibt regelmäßige Wehen. Je höher das Oxytocin gestellt wurde desto weniger Wehen wurden es. Nach 6Stunden Wehentropf wurde die Einleitung abgebrochen. Wir fuhren heim und warten weiter ab. Jetzt ist der ET verstrichen. CTG schreibt immer regelmäßig Wehen, die ich nach wie vor nicht merke. Macht es Sinn einen erneuten Einleitungsversuch zu starten oder muss ich mich auf einen Kaiserschnitt einstellen? Vielen Dank für ihre Antwort! .
Liebe Mama, bei deiner Vorgeschichte klingt es erstmal überhaupt nicht nach einer Situation, in der man automatisch an einen Kaiserschnitt denken müsste. Im Gegenteil: Du bist offensichtlich sehr gebärfreudig, dein Körper hat bereits mehrfach sehr schnelle Geburten geschafft und die Befunde bei der Einleitung waren eigentlich ausgesprochen günstig. Ein Muttermund von 5–6 cm, eine fast verstrichene Cervix und ein tief sitzender Kopf sind Zeichen dafür, dass dein Körper sich bereits in einer sehr fortgeschrittenen Vorbereitungsphase befindet. Dass unter höher dosiertem Oxytocin die Wehen eher weniger wurden, erlebt man tatsächlich manchmal. Die Gebärmutter reagiert nicht immer „mehr hilft mehr“. Gerade bei Frauen, die schon mehrere Kinder geboren haben, kann der Körper auf künstliche Steuerung empfindlich reagieren und sich eher zurückziehen, wenn zu viel von außen eingegriffen wird. Dass das CTG trotzdem regelmäßig Wehen zeigt, bedeutet außerdem, dass deine Gebärmutter grundsätzlich arbeitet – auch wenn du sie kaum spürst. Manche Mehrgebärende nehmen frühe oder mittlere Wehen erstaunlich wenig wahr, besonders nach mehreren Schwangerschaften.Aus Hebammensicht spricht deshalb vieles eher dafür, dass dein Körper grundsätzlich geburtsbereit ist und möglicherweise einfach noch den letzten eigenen Impuls braucht. Ein erneuter Einleitungsversuch kann durchaus sinnvoll sein, vor allem weil die Ausgangslage am Muttermund offenbar sehr gut ist. Oft reicht bei so reifem Befund manchmal schon wenig Unterstützung oder sogar ein spontaner Blasensprung, damit plötzlich alles sehr schnell geht – gerade mit deiner Geburtsgeschichte. Ein Kaiserschnitt wird normalerweise nicht deshalb notwendig, weil eine erste Einleitung nicht sofort funktioniert hat. Entscheidend ist eher, wie es dem Baby geht, wie die Versorgung aussieht, wie deine Werte sind und ob sich insgesamt Risiken entwickeln. Solange CTG, Fruchtwassermenge, Versorgung über die Plazenta und deine Gesundheit unauffällig sind, ist nach einer erfolglosen Einleitung meist nicht automatisch der nächste Schritt ein Kaiserschnitt. Wichtig ist jetzt vor allem die engmaschige Kontrolle, weil du über Termin bist. Und bei deiner Vorgeschichte würde ich persönlich dir raten, bei den kleinsten Veränderungen aufmerksam zu sein, denn manchmal kippt so eine „schlummernde“ Situation bei Mehrgebärenden innerhalb kurzer Zeit in eine sehr schnelle Geburt. Dass du Wehen wenig spürst, würde ich deshalb nicht überbewerten. Ich wünsche dir sehr, dass dein Körper bald selbst den Startschuss gibt. Die Chancen auf eine spontane Geburt wirken nach dem, was du beschreibst, weiterhin durchaus gut.
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