Sandra222212
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Radke, meine Tochter ist sechs Wochen alt und wird voll gestillt. Seitdem sie die Muttermilch bekommt (Milcheinschuss war am sechsten Tag nach der Geburt), hat sie mit der Verdauung Probleme. Sie hat schreckliche Bauchschmerzen, schreit schrill, zieht die Beine an,... Das volle Programm. Selbst wenn sie eingeschlafen ist, wacht sie vor Schmerzen spätestens nach einer halben Stunde wieder auf. Längeres Schlafen ist nur in der Bauchlage möglich (ich sitze dann Tag und Nacht daneben und überwache ihre Atmung). Sie schläft nur ca. fünf bis sieben Stunden täglich. Man merkt, dass sie schlafen will, aber sie kann wegen der Schmerzen nicht. Sogar während des Stillens schreit sie und das Gluckern im Bauch wird noch stärker. Sie hat fast immerzu Verdauungsgeräusche wie Gluckern und Grumeln im Bauch. Winde gehen auch ab. Sie füllt täglich ca. zehn Windeln. Sämtliche empfohlenen Maßnahmen (Sab-Tropfen, Kirschkernkissen, Windsalbe und Massage, Fliegergriff, Kümmelzäpfchen,..) sind vollkommen wirkungslos. Ich habe alle möglichen blähenden Lebensmittel weggelassen - ohne Erfolg. Äußere Reize versuche ich so gut es geht zu vermeiden. Die einzigen Momente, wo sie kurz Ruhe hat, sind kurz nachdem sie Stuhlgang hatte. Wir waren bei vier Ärzten, beim Osteopathen, beim Heilpraktiker, keiner konnte helfen. Lt. den Ärzten ist alles in bester Ordnung. Sie tut mir so leid und ich mache mir schreckliche Sorgen, gerade auch wegen des Schlafmangels. Und ich gehe auch nur noch auf dem Zahnfleisch. Ich kenne mein Kind nicht anders, als schreiend mit schmerzverzerrtem Gesicht. Haben Sie eine Idee, wie man ihr helfen könnte? Ich bin am verzweifeln. Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort! Mit freundlichen Grüßen, Sandra
Ich würde mir überlegen, ob man externe Hilfe in Anspruch nimmt. Das kann ein stationärer Aufenthalt sein oder eine Freundin, die mal aushilft. Die Situation ist meist bei einer solchen Belastung verfahren, dass man alleine schlecht herauskommt. Eine organische Untersuchung ist sicher sinnvoll, eine Invagination ist immer ein akutes Krankheitsbild, das liegt sicher nicht vor. Gruss S. Wirth
Sandra100584
Hallo Sandra, ich hatte fast das gleiche Problem mit meinem kleinen (jetzt fast 5 Monate). Er hatte auch von Anfang an immer fürchterliche Bauchschmerzen, mit den ähnlichen Symptomen wie du es beschreibst. Alle haben auch immer gesagt das sind Blähungen ich solle mir keine Sorgen machen. Wir haben auch alles durch vom Fencheltee bis Lefax. Bis zum 22.05. da war es endgültig vorbei, er hatte die ganze Windel voll Blut und konnte schon die Nacht davor kein Auge mehr zu machen. Wir sind dann zum Kinderarzt und der hat uns dann in die Notaufnahme geschickt, da hat man einen Ultraschall gemacht und es wurde eine "Invagination" festgestellt. Er musste sofort operiert werden. Heute ist er ein ganz anderes Kind, ausgeglichen und zufrieden. Ich bin der Meinung, dass ihm das schon viel länger Probleme gemacht hat. Ich möchte dir keine Angst machen aber bestehe darauf, dass mal ein Ultraschall gemacht wird um so etwas wenigstens auszuschließen. Es wäre schön, wenn du dich nochmal meldest, wenn du was neues weißt. Ich weiß wie sehr mein kleiner gelitten hat. LG Sandra
Sandra100584
und genau das hat man uns auch immer gesagt, dass sicher nichts akutes vorliegt. Der ganze Bauchraum war schon mit Flüssigkeit gefüllt und das soll einfach so akut passiert sein? Man hat uns bestätigt, dass der Dünndarm sich schon öfters übergestülpt hat und es ein längerer Prozess war. Es hat immer sehr stark gegluckert und gegrummelt im Bauch, Winde gingen ständig ab. Jetzt nach der OP ist mein Kind nicht wieder zu erkennen, all diese Beschwerden sind weg. Er ist total zufrieden, hat normalen Stuhlgang. Da brauch mir keiner erzählen, dass es damit nichts zu tun hatte. MfG
Sandra222212
Vielen Dank für die Antworten. Liebe Sandra, Es tut mir sehr leid, was mit Deinem Zwerg passiert ist. Umso besser, dass es ihm heute gut geht! Ich war inzwischen bei der fünften Kinderärztin und ich habe auf einen Ultraschall bestanden. Da war zum Glück alles ok. Sie meinte, dass die ganzen Beschwerden nicht alleine von der Verdauung kommen können und hat uns an eine auf Säuglinge spezialisierte Osteopathin überwiesen. Tatsächlich hatte sie eine Blockade in der Brustwirbelsäule, daher die Schmerzen, sobald man sie hingelegt hat. Außerdem war ihr Verdauungsnerv stark gequetscht. Seit dem Besuch dort ist sie viel entspannter, schläft vier Stunden am Stück in ihrem Bettchen und hat das erste Mal gelächelt! Sie hat immer noch mit der Verdauung zu tun, aber meines Erachtens nach in einem normalen Maß. Soviel zur Äußerung eines Arztes bei dem wir vorher waren: "Sie ham halt a Schreikind. Akzeptieren sie das." Unser Mutterinstinkt scheint da nicht zu interessieren, man wird noch als hysterisch hingestellt, wenn man sicher ist, dass das Kind Schmerzen hat... Alles Gute für Dich und Deinen Kleinen! Herzliche Grüße, Sandra
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