Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Herr Dr. Posth, bei einem Treffen kürzlich sagte ein befreundeter Vater laut hörbar über unseren Sohn (20M.) zu seinem Sohn (ebenfalls 20M.): "Na, war der ... böse?" Ich weiß nicht, was vorgefallen war, da ich zu weit weg saß - ansonsten hätte ich auch etwas dazu gesagt, z.B. "Der ... war nicht böse, sondern hat den ... geschubst (oder was auch immer)." Meine Frage ist nun: Wie verhält es sich in diesem Alter mit solchen "Etikettierungen" durch andere Personen als die Eltern? Schreiben sich Kinder diesen Alters so etwas dann schon selbst zu, wenn sie´s von anderen über sich gehört haben? Falls ja, wie kann man gegensteuern? Herzliche Grüße und im voraus schon besten Dank für Ihre Antwort!
Stichwort: Gut und Böse Hallo, Kinder in diesem Alter achten sehr genau daraf, wie sie von anderen Menschen beurteilt werden. Ihr ständiges Bestreben ist ja, immer gut angesehen zu werden, um positive Attribute zu vermehren. Davon zehrt dann das wachsende Selbstbewusstsein. Kritik an sich selbst hören Kinder höchst ungern. Allerdings müssen Sie natürlich auch erst einmal die Sprache beherrschen, um verbale Kritik an sich zu erkennen. Das Wort "böse" ist allerdings etwas schwierig zu verstehen. Ist Ihr Sohn denn überhaupt sprachlich schon so weit? "Böse" ist erstens ein Adjektiv. Adjektive verstehen Kinder meistens erst nach dem 3. Geburtstag. Zweitens kann eine Sache oder ein Handeln böse sein, was dann das Kind erst einmal nicht betrifft. Es kann aber auch das Kind an sich gemeint sein, dass böse sei. Das wäre eine starke Kritik. Es ist wichtig, dass man nur Handlungen als böse bezeichnet und nicht den Menschen (außer wirklich gefährlichen Menschen). So können Eltern auch immer gegensteuern, indem Sie nämlich das vor Ihrem Sohn herausstellen. Viele Grüße
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