Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Dr. Posth, seit paar Monaten führen wir berufsbedingt eine Wochenendehe und ich bin quasi wochentags rund um die Uhr für meine zwei Kinder (10 Mon. und 5 Jahre) zuständig. Die Kleine hängt sehr an mir (schon immer) und fremdelt jetzt sehr stark. Da ich zus. mit meinem Sohn mal etwas allein machen möchte (z. B. Schwimmkurs) und bei mir sind geleg. auch Termine, habe ich einen netten Babysitter organisiert. Nun bin ich unsicher, da meine Tochter letztens (wegen dringenden Termin bei mir) das erste Mal (2 Stunden) von meiner Freundin betreut wurde und da sehr unglücklich war (hat viel geweint und gejammert) Wir haben sonst leider keine Verwandtschaft (Omas) zur langsamen Gewöhnung an eine andere Bezugsperson als mich. Somit weiß ich nicht wie die Loslösung von mir, für die ja lt. Ihren Texten der Papa eine wesentliche Rolle spielt bei uns funktionieren soll. Wir sind frühst. in Juni ´09 wieder zus. Ich hoffe sie haben einen passenden Rat, auch wegen Babysitter. LG Anne
Liebe Anne, Loslösung bezieht sich auf die Verlagerung der Bindungsintensität auf den Vater im zweiten Lebensjahr. Was Sie jetzt jetzt gerade für Ihren Sohn brauchen, ist aber eine Ersatzbezugsperson. Der Übergang zu einer Ersatzbezugsperson, als z.B. die nette Babysitterin gelingt ohne Weinen nur durch eine sanfte Ablösung (s. gezielter Suchlauf). Also zunächst einmal einige gemeinsame Aktionen zu dritt (mit Ihrem älteren Sohn zu viert unternehmen). Ihre kleine Tochter muss sich in Ihrem Schutz erst mit der neuen Betreuungsperson "anfreunden", sprich zu ihr eine Beziehung aufbauen. Wenn Sie den Eindruck haben, dass diese Ersatzbindung funktioniert, können sie alles mit Ihrem Sohn unternehmen, was Sie wünschen. Sie müssen nur das Gefühl haben, dass ihre Tochter bei der Babysitterin zufrieden und ausgeglichen ist und keine Angst hat. Viele Grüße
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