Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Verschiedenes

Frage: Verschiedenes

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Hallo, wir haben uns fast entschlossen, unsere Tochter (7 Monate) nachts abzustillen. Welche mentalen Entwicklungsstand sollte die Kleine haben? Bei einem Versuch hat sie nach kurzer Zeit sehr stark geweint. Ich will sie nicht unnötig schreien lassen. Wie gewöhne ich ihr ein Schmusetier an? Wenn ich ihr eins gebe, nimmt sie es sofort als Spielangebot und wird richtig wach. Dasselbe passiert mit einem Nuckel. Sie schnullert sich einfach wach. Dann habe ich noch eine Frage zum Fremdeln. Sie freut sich immer andere zu sehen und streckt die Arme in deren Richtung. Gebe ich dem nach, zieht sie die Mundwinkel nach unten und weint wenig später. Nehme ich sie wieder auf den Arm, wird das natürlich vom Gegenüber nicht verstanden. Verwöhnen etc. Sollte ich sie lieber gar nicht erst weggeben? In ihrem Langtext schreiben sie, man soll einen Säugling auch nicht mit Samthandschuhen anfassen. Wie ist das gemeint? Liebe Grüße, Claudine


Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo Claudine, die "Samthandschuhe" sind gemeint für eine Übervorsichtigkeit im Umgang mit Ihrem Säugling. Ein Säugling ist keine Porzellanpuppe. Er muß spüren, daß er von sicheren und starken Händen gehalten wird. Aber das Fremdeln muß von fremden Erwachsenen toleriert werden, denn es ist Ausdruck einer "Verteidigung der eingegangenen Bindung". Erwachsene müssen lernen, die Bedrüfnisse der Säuglinge zu verstehen und zu respektieren, nicht umgekehrt. Abstillen in zweiten Lebensjahr ist generell in Ordnung, obwohl kein Muß. allerdings bleibt im Fall des Weiterstillens auch der Schlafrhythmus im Stillniveau. Die abendliche Breimahlzeit ist obligat und zum Einschlafen könnte dann doch noch die Brust gegeben werden (später besser ein Milchfläschchen). In der Nacht dürften dann aber nur noch Beruhigungsmaßnahmen außer dem Stillen erfolgen. Zur Not geht auch einmal das Tee- oder Wasserfläschchen. Besser sind Nuckel, Schmusetuch, Mamas getragenes T-schirt u.ä. Auch sollte jetzt immer häufiger der Vater an den Beruhigungsmaßnahmen beteiligt sein. Dafür muß er aber auch tagsüber sich mit einschalten. Wenn einem diese Schritte ruhig und besonnen gelingen, dauert es nur wenige Nächte und das Stillbedürfnis hört auf. Viele Grüße


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