Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

vater/tochter

Frage: vater/tochter

Mitglied inaktiv

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sehr geehrter hr doktor unsere 19 monate alte tochter hat, glaube ich, etwas zuviel respekt vor ihrem vater. aufgrund seiner arbeitszeiten ist er jede 2te woche für sie nur kurz am vormittag da und sonst sieht sie ihn nicht. leider ist er sehr ungeduldig und wird schnell laut, wenns sie mal wieder nicht hören will. grundlos schmipft er nicht, nur halt sehr schnell und laut... jetzt ist es so, dass sie mir zuhause in jeden raum folgt und oft nicht gern alleine ist mit ihm. ist das normal oder haben sie schon sein angeknackstes verhältnis. wenn ich mal kurz weg muß, muß ich mich rausschleichen, sonst habe ich keine chance. das ist aber auch unter anderem deswegen so, weil sie gerne unterwegs ist. wenn der papa mit ihr spazieren gehen würde, würde sie schon auch mitgehen... danke mlg alexandra


Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Alexandra, noch befindet sich Ihre Tochter ja in der Loslösungsphase (aus der primären Bindung heraus). Da spielt da Vater als Vorbild zur Eigenständigkeit eine wichtige Rolle. Ich glaube, den meisten Vätern ist überhaupt nicht bewußt, wie wichtig ihre Rolle in diesem Zusammenhang ist. Man nennt das Triadik im Gegensatz zur dyadischen, primären Bindung (s. Langtext über das emotionale Bewußtsein, link oben rechts). Also auch die Väter haben eine wichtige Funktion im Bindungsgeschehen. Wenn sie diese nicht wahrnehmen oder vermasseln, weil sie desinteressiert sind oder wenig einfühlsam, dann hat das Folgen für die weitere Entwicklung eines Kleinkindes in Richtung Selbständigkeit und Selbstbewußtsein. Aber welcher Vater will das schon? Also nur Erzeuger eines Kindes zu sein, hat die Natur für Männer nicht vorgesehen. Es gibt auch handfeste Aufgaben im Aufziehen der Kinder! Das sollte jedem verantwortungsbewußten Vater klar sein. Ich sage das hier nur ganz allgemein, benutzte also Ihre Frage, um weiter auszuholen. Ich hoffe, viele Väter lesen das auch. Was Ihren Mann betrifft, sollte er das natürlich auch lesen und sich vornehmen, liebevoll und respektvoll sich seiner Tochter zuzuwenden, um ihr ein gutes Vorbild zu sein, sich aus der primären Bindung zu lösen. Dazu gehört es auch, daß er sich die hier vorgestellten Erziehungsgrundsätze zueigen macht, so wie sie aus den zahllosen Antworten hervorgehen, z.B. zum Thema "Nein" oder "Nein-sagen", s. Suchlauf. Viele Grüße


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