Mitglied inaktiv
Wenn man ihn auffordert, das zu lassen, macht er erst recht weiter, wenn man ihn auffordert, etwas runtergeworfenes aufzuheben, macht er das nicht. Er macht in solchen Situationen so lange weiter, bis man aus der Ruhe kommt (d.h. ihn festhält, ihn in sein Zimmer trägt oder schimpft). Mit ihm über sein Fehlverhalten zu reden, gestaltet sich noch schwierig. Er möchte eigentlich nicht darüber reden und schaut weg. Ich habe den Eindruck, dass er mit einem solchen Gespräch überfordert ist. Sprachlich ist er so weit, aber inhaltlich noch nicht. Auf die Frage, ob er weiß, warum ich geschimpft habe, antwortet er stets „Weil Du böse bist“. Leider habe ich bisher in keinem Buch eine Anleitung gefunden, wie man kleinkindgerecht ein Gespräch führt. Haben Sie hierzu einen Literaturtipp? Dass er sich mit knapp 3 noch nicht in andere hineinversetzen kann, weiß ich. Wir wüssten gern, was wir tun können, damit er positiven Möglichkeiten, Aufmerksamkeit zu bekommen, den Vorzug gibt. Danke! Linda
Hallo, die Vorstellung, Kinder in diesem Alter widersetzten sich ihren Eltern nur, weil sie damit Aufmerksamkeit erheischen wollten, ist vordergründig und führt in eine Sackgasse. Denn das Prinzip des Verhaltens heißt: das Gegenteil tun, von dem, was angesagt ist. Insofern ist Ihr Wunsch nach positiven Möglichkeiten für Aufmerksamkeit von Vornherein erfolglos. Die Frage kann nur lauten, warum widersetzt sich Ihr Sohn noch ständig in Worten und Taten. Und das hat etwas mit seinem Selbstbewusstsein und seiner Selbsteinschätzung zu tun. Er befindet sich noch auf der Trotzstufe, in der das Widersetzen der Selbstbehauptung dient. Folglich hat er noch zu wenig Selbstsicherheit und erhält sich das Prinzip des Opponierens, um im Bestreben nach Selbstbestätigung weiter zu kommen. Sie können Ihrem Sohn nur den Wind aus den Segeln nehmen, in dem Sie alles daran setzen, sein Selbstbewusstsein aufzuwerten. Wie man das macht, dazu gibt es im gezielten Suchlauf unter dem Stichwort "Selbstbewusstsein" viele Antworten. Wenn Sie ein passendes Buch suchen, kann ich Ihnen nur meins empfehlen (Vom urvertrauen zum Selbstvertrauen). Denn ich kenne kein anderes, das das Problem auf dieser Basis verständlich macht. Viele Grüße
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