Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Posth, bei meiner Tochter (seit November 3) stelle ich seit Kurzem fest, dass sie mit der Wahrheit spielt. Ich bin unsicher, wie ich damit umgehen soll. Sie hat eine rege Phantasie und spielt viele Rollenspiele. Neuerdings kann es sein sie kommt mit Papa vom Schwimmbad heim und erzählt, sie habe ihre Freundin XY dort getroffen, was dann aber nach Aussage von Papa nicht so war. Sie erzählt manchmal ganze Geschichten, die sich dann aber als Flunkerei herausstellen. Besonders auffällig ist, dass sie erkannt zu haben scheint, dass Unwahrheit ihr einen Vorteil bringen kann. Z.B. indem sie der babysittenden Oma erzählt, sie bekomme von Mama immer so viele Süßigkeiten wie sie nur wolle....;-) Oder sie behauptet steif und fest, ihr kleiner Bruder habe das Chaos in der Küche fabriziert (dummerweise schläft er zu dieser Zeit). Solche und ähnliche Dinge kommen nicht zu oft aber immer häufiger vor und ich würde gerne von ihnen wissen, wie wir richtig reagieren. Danke und Grüße.
Stichwort Wahrheit und Täuschung Hallo, der Begriff Wahrheit stammt aus der Erwachsenenwelt. In der Welt der Kinder zumindest bis 4 Jahre gibt es vorläufig nur Wirklichkeit und Erdachtes. Aber selbst hier gehen die Kategorien noch ein wenig durcheinander, denn ein Kleinkind kann subjektiv so eingenommen von seiner ausgedachten Geschichte sein, daß es sich einbildet, diese sei tatsächlich vorgekommen. Im Rollenspiel testen die Kinder aus, wie "man" sich in der Erwachsenenwelt zu verhalten hat, und da sie darin noch vollkommen ungeübt sind, werden solche Spiele immer wieder "durchexerziert". Dabei ist es völlig gleichgültig, ob nur gespielt wird, oder ob das auch ein Teil der Wirklichkeit ist. Viel wichtiger ist, daß das Kind im Rollenspiel erfolgreich agiert und positive Attribute dabei einheimsen kann. Auf der selben Ebene spielt sich nun der Versuch ab, die Wirklich so zu manipulieren, daß etwas Positives für das Kind selbst dabei herausspringt. Dieser Eigennutzen ist aus der kindlichen Sicht absolut gerecht und gerechtfertigt. Erst mit dem Verständnis von dem Realitätskontunuum (ab etwa 4 Jahre), welches in jedem anderen Menschen anders aussieht (also der Perspektivwechsel), gerät auch das Kind in die Situation, darüber nachdenken zu müssen, ob es auch in Ordnung ist, was es da tut oder behauptet. Denn erst jetzt begreift es, daß der Umgang mit Wahrheit auch einen wichtigen einfluß auf den anderen Menschen hat und diesen anderen offenbar in Verlegenheit oder regelrecht in einen Nachteil versetzen kann. Wichtig auch, daß der falsche Umgang mit Wahrheit den anderen innerlich verletzen und traurig stimmen kann. In diesem Stadium, wie gesagt ab etwa 4 Jahre, wird es wichtig, dem Kind die Wirkungen seiner Flunkereien zu spiegeln und ihm auf freundliche Weise klar zu machen, daß das, was es da erzählt oder behauptet wahrscheinlich gar nicht stimmt. Das sollte man natürlich nicht barsch tun und das Kind dramatisch der Lüge bezichtigen, denn das moralische Verständnis von Wahrheit und Lüge läßt immer noch ein wenig auf sich warten. Dazu braucht das Kind die Elemente des Gewissens, die sich jetzt erst langsam auf dem Boden all dieser Entwicklungsschritte aufbauen. Viele Grüße
Ähnliche Fragen
Lieber Herr Dr. Posth Der Opa meines 2 1 /2 j. Sohnes ist vor 4 Wo. sehr unerw. und pl. verstorben.In der Whg. unter uns,1/2 Std Vers. von Ärzten zu reanim., jedoch erfolglos. Sohn bekam Aufregng mit. Wir erz.,der Opa sei nun im Himmel.Mein Sohn zündete zum Absch. Kerze an und winkte ihm in den Himmel, denn er war sehr traurig,dass er dem Opa nic ...
Sehr geehrter Herr Dr. Posth, mein Sohn, 4 (hochsens., s. intelligent, zurückhaltend motorisch etwas ungeschickt,) hatte in den erst. 2,5 Jahren enorme Schlafprob.,schrie sehr viel.Vor 1 J. Trennung v. Kindsvater.Sichere Bind. zu beid. Elternteilen.Wurde lange gestillt, schläft noch bei mir.Seit 1 J. geht er in die Kita (v. 8-12 Uhr). Die Eingew. ...
Hallo, Ich frage mich momentan bei unserer 17 Monate alten Tochter in verschiedenen Bereichen, ob wir uns als Eltern richtig verhalten und wie wir es besser machen könnten. Generell hat sie in den letzten Wochen einen extrem starken Willen entwickelt, versteht allerdings Erklärungen unsererseits noch nicht, z.B., dass wir sie ins A ...
Guten Tag Frau Henkes, ich ahbe eine Frage bzgl. meines 10 Monate alten Sohnes. Mein Kleiner ist ein sehr fröhliches und offenes Kind. Ich bin seit seiner Geburt zu Hause und mein Mann war noch mit in Elternzeit als mein Sohn 6 Monate alt war bis zum 9 Monat. Da waren wir teils im Urlaub und haben Familie besucht. Nun habe ich gelesen, das m ...
Hallo, ich habe einen Sohn der ist jetzt 4,5 Jahre alt. Er ist ein richtiges Mama Kind und mag gerne kuscheln oder Körperkontakt. Vor ca 3 Monaten ist seine Schwester auf die Welt gekommen. Er hat etwas gebraucht um sich zu finden und auch das Mama nicht mehr zu 100 Prozent für ihn da sein kann. Der Papa hat das aber gut auffangen können. Der ...
Liebe Frau Henkes, sehr unerwartet ist mein Vater im Alter von 62 Jahren an einem Pankreaskarzinom gestorben. Zwischen Diagnose und Tod lagen nur rund 5 Wochen. Meine Kinder (4 und 8) hatten keine besonders enge Beziehung zu ihm (große, räumliche Distanz und anderes). Trotzdem haben sie natürlich die Krankheit, den Tod, Beerdigung usw mite ...
Liebe Frau Henkes, unsere Tochter ist gerade 2 ¾ geworden. Schon seit vielen Monaten provoziert sie viel, aber in den letzten zwei, drei Monaten tritt dieses Verhalten mehrfach täglich auf. Wenn wir sie zu etwas auffordern, macht sie gezielt das Gegenteil davon. Ein paar typische Beispiele von vielen: - „Bleib bitte aus der Küche draußen, tr ...
Hallo Frau Henkes, ich suche Ihren Rat, da meine Mutter leider Krebs im fortgeschrittenen Stadium hat und nur noch palliativ behandelt werden kann. Bisher wissen meine Töchter (4 und 8 Jahre) das die Oma krank ist. Sie wissen aber nicht das es definitiv endlich ist. Der Krebs ist erst Ende letztes Jahr diagnostiziert wurden. Ich habe für die Ki ...
Hallo, mein Kind ist 5,5 Jahre alt und macht aktuell Probleme beim Essen. Zb gestern es gab Kartoffeln/Fisch zum Abendessen. Sie ist total ausgerastet und gemeint sie isst das nicht, sie möchte ein Brot. Dann habe ich ihr ein Brot gemacht und dann ist sie völlig ausgeflippt weil sie nur Brot mit Butter bekommt und wir ein vollständiges essen habe ...
Liebe Frau Henkes, Vor drei Wochen ist der Uropa meiner Kinder im Alter von 94 Jahren verstorben. Er hatte einige gesundheitliche, vor allem körperliche Beschwerden, war aber geistig noch top fit und hatte ein sehr gutes Verhältnis zu seinen Urenkeln. Wir haben ihn etwa einmal im Monat besucht und er hat sich immer aktiv mit den Kindern beschäf ...
Die letzten 10 Beiträge
- Verhalten durch Angst?
- Plötzlich große Verlustangst
- Kita - Weinen wenn anderes Kind früher abgeholt wird
- Trilinguale Kinder ok?
- Stärkung Selbstbewusstsein vor OP
- Zweitmeinung Verdacht Autismus
- Unruhiges Baby und schlaflose Nächte
- Baby weint/schreit, wird laut gemaßregelt
- Geschwisterrivalität
- Trennung