Mitglied inaktiv
Lieber Dr.Posth, mir fällt seit 1 Monat bei meinem Sohn (3 J. 8 Mon.)auf, daß er auf Enttäuschungen anders reagiert: hatte er mit 2-3 Jahren eher lautstarke Wutausbrüche, die allerdings nicht lange anhielten, so "haut" er mich nun, kratzt auch schonmal und fletscht wütend die Zähne bzw. beschimpft mich dann "Du bist eine blöde Mama!", "Ich habe Dich gar nicht mehr lieb" etc. Ich reagiere meist so, daß ich einfach sage, ich wäre nicht blöd und er wüßte das auch, oder sage ihm "aber ich habe Dich immer lieb, auch wenn ich mit Dir schimpfen muß". Bei Hauen sage ich ihm (mal mehr, mal weniger ruhig), daß er bitte in ein anders Zimmer gehen soll, daß ich dann nicht bei ihm sein will! Ist mein Verhalten angemessen? Sein Verstand ist, laut Erzieherinnen im KiGa ausgesprochen weit entwickelt. Er hat wohl bei anderen Kindern versucht, Dinge mit Worten zu regeln, diese würden aber nicht entsprechend darauf reagieren...
Hallo, Ihr Sohn kommt jetzt schrittweise in eine Alter, in dem er verstehen lernt, daß jeder Mensch eine eigene Erlebenswelt in seinem Kopf besitzt. Das testet er aus bei Ihnen aus, in dem er böse Worte gegen Sie ausspricht und erfahren möchte, wie Sie darauf reagieren. Z.B. auch so gekränkt wie er selbst. Oder reagieren Sie ganz anders als er? Wird er von seinen Eltern oder anderen Menschen häufiger gekränkt? Sie sollten bei solchen bewußt kränkenden Äußerungen durchaus beleidigt reagieren und Ihrem Sohn sagen, daß sie darüber traurig wären, wenn er das sagt. Auf keine Fall sollte Sie "kontern" und ihm versuchen den Wind aus den Segeln zu nehmen, wie Sie es tun, wenn Sie ihm sagen, daß Sie ihn "trotzdem" lieb haben. Nein, Sie müssen ihm sagen, daß Sie es gar nicht mögen, wenn er so gemein zu ihnen ist, und dann kann er sich selbst in Ihnen wieder erkennen und kann sich selbst korrigieren, was er mit der zeit auch tun wird. Bzgl. des Hauens bitte einmal im Suchlauf unter "Induktion" nachlesen. Viele Grüße
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