Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Dr. Posth, erst mal vielen Dank für Ihren Rat letzten Sommer, meine Tochter, damals 3,5, für einige Zeit aus dem Kiga zu nehmen, als sie nicht hingehen wollte. 2 Mon. später ging sie problemlos. Ich blieb anfangs noch einige Zt. i. Vorraum, um die Trennung zu entschärfen u. wir hatten k. Probleme mehr. Heute mit 4,5 will sie sogar länger bleiben. Bei Kindern, die nicht sanft abgelöst wurden sehe ich immer wieder, dass sie morgens weinen, auch mit 4, wenn irgendwas nicht ganz i. O. ist. Nun zu den Tischmanieren: Sollen mein Ex-Partner u. ich unser Kind dazu erziehen am Tisch sitzen zu bleiben, bis alle aufgegessen haben? Bisher durfte sie aufstehen, wenn sie satt war und spielen. Sie isst oft nur wenig. Wir essen meist nur zu zweit (bin alleinerziehend). Omas u. Opas kritisieren dieses Verhalten, was auch schon zu Konflikten zwischen Vater u. Großvater an Weihnachten geführt hat. Kann man es situationsabhängig machen? Sie ist ein kluges u. vernünftiges. Kind. Vielen Dank Tina
Stichwort: Höflichkeitsformen Liebe Tina, es freut mich, dass Ihre Tochter dann so problemlos in den Ki-ga zurück gefunden hat. Die Wertschätzung, die sie auf diese Weise von ihren Eltern erfahren hat, wird sie sich immer merken. Tischmanieren und Höflichkeitsformen sind ein Kulturgut, das das Zusammenleben der Menschen enorm erleichtert. Beides hat auch eine hohe sozial entspannende Wirkung, so dass es sich auf jeden Fall lohnt, Kinder frühzeitig an solche Umgangsformen zu gewöhnen. Denn ganz von allein lernen sie sie schwer, und das gute Vorbild reicht auch nicht immer aus. Allerdings ist das "gute Vorbild" überhaupt Vorbedingung für jeden erfolgreichen erzieherischen Einfluss. Aber vor dem Alter von 4 bis 6 Jahren hat es wenig Sinn, auf die spontanen kindlichen Verhaltensweisen gezielt Einfluss zu nehmen. Erstens können sich die Kinder bis 4 Jahre gar nicht in die Denk- und Empfindungsweisen anderer Menschen hineinversetzen und zweitens ist ihnen der Sinn dessen noch gar nicht zu vermitteln. Das heißt, Sie dürfen jetzt Schritt für Schritt damit anfangen, solche Gepflogenheiten Ihrer Tochter klarzumachen und auf deren Einhaltung zu bestehen. Das wird mal gut gehen, weil Ihre Tochter die bereitwillige Akzeptanz als sozialen Fortschritt ansieht und mal wird es scheitern, weil noch zuviel Widerstandverhalten bei ihr durchbricht. Aber im Prinzip ist es richtig, damit jetzt langsam zu beginnen. Viele Grüße
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