Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Stehlen!

Frage: Stehlen!

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Dr. Posth Mein Sohn ist jetzt 9,5 Jahre alt. Nun macht er uns jedoch Sorgen. Er stahl im Laden. Die Karten musste er in den Laden zurück bringen, was ihm sehr peinlich war. Später fehlte bei mir 1 Euro. Wir sprachen und er versprach nicht mehr zu stehlen. Dann fehlten 50 cent. Zwei Tage später nahm er Geld von seinen Geschwistern, von der Mama und von der Oma. Wir sprachen und schimpften wieder und er erklärte, es wäre ja zu Hause nicht so schlimm, da da ja die Polizei nicht käme. Er fragte mich, ob ich ihn noch lieb hätte, obwohl er so viel schlimme Sachen gemacht hat. Ich sagte ihm, dass ich ihn natürlich noch lieb habe, ich jedoch sehr enttäuscht von ihm bin. Wir wissen nicht mehr weiter! Ich vertraue ihm nicht mehr! Ansonsten haben wir ein sehr gutes Verhältnis und er weiss, dass er zu uns kommen kann, wenn er etwas angestellt hat und wir ihm helfen, den Fehler gut zu machen. Kann er schon in einer vorpubertären Phase sein, wo er testet, wie weit er bei uns gehen kann. Danke!


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, wieso machen Sie sich erst jetzt Sorgen? Es ist kaum vorzustellen, dass sich früher nie irgendwelche Probleme gezeigt haben. Das sind ja nicht unbedingt Probleme, die das Kind alleine für sich hervorbringt. Es sind eigentlich immer Reaktionen des Kindes auf Probleme, die sich zwischen Ihnen und Ihrem Kind aufgebaut haben. Da muss also früher etwas stattgefunden haben. Notorisches Stehlen, wenn es nicht nachweislich materielle Not ist, auch solche, die nur im kindlichen Sinne zählt, ist immer eine Entwicklung in eine antisoziale Richtung. Das normale Regulativ, fremdes Eigentum sich nicht ungefragt anzueigenen und zu benutzen, ist das Gewissen. Über die Entwicklung des Gewissens können Sie viel in meinem Forum lesen (s. gezielter Suchlauf unter selbigem Stichwort). Um Ihnen aber helfen zu können, müsste ich viel mehr über die frühe Kindheit Ihres Sohnes wissen und auch über Ihre Erziehungsmethoden. Vielleicht schreiben Sie mir noch einmal (mit Angabe der Fragennummer in der URL). Viele Grüße


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