Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

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Frage: sprechen /verstehen

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hallo mein sohn ist 12,5 monate alt er kann frei laufen ist sehr neugierig er brabbelt baba mama dede aba und er zeigt mit dem finger auf dinge die es haben will und macht uh ab wann fängt er denn an mich zu verstehen und selber gezielt mama und papa zu sagen . ich habe da noch etwas wenn er was nicht machen soll sage ich nein mach das nicht aber er geht darauf hin immer wieder und macht es er will immer seinen eigenen willen durchsetzen wie kann ich dagegen wirken .


Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, ein 1jähriges Kind versteht zunächst nur sehr einfache Dinge, die sich im wesentlichen auf "Wo"-fragen beschränken und alltägliche Verrichtungen, wie essen oder waschen, wickeln, etc. Das erste zielgerichtete Wort wird häufig erst nach dem 1. Geburtstag gesprochen. Zum Thema "Nein" bitte den Suchlauf bemühen und zwar unter "Nein" und "Nein-sagen". Da werden Sie sehr viel erfahren. Viele Grüße


Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, ich sehe gerade, das mit dem Suchlauf nach dem Wort "nein" funktioniert nicht mehr. Die alten Antworten sind wohl nicht mehr gespeichert. Ich versuche jetzt mal meine Antwort von damals hier hinein zu kopieren: es ist eine lange Geschichte mit dem "NEIN". Zunächst einmal müssen Sie sich alle vorstellen, daß das Kleinkind nicht nur das Wort "nein" nicht kennt, sondern auch und v.a. seinen Inhalt. Nein ist kein Gegenstand, auf den man zeigen kann, kein Ding, das man anfassen und hin und her schieben kann. Nein ist ein hochgradiges Abstraktum!! mit Aussageinhalt. Denken sie mal, was "nein" alles bedeuten kann. Es kann theoretisch sogar "ja" bedeuten (bei entsprechenden Hintergedanken). Das Kind muß zwei Dinge in einem lernen. Erstens: Nein bedeutet, daß es die Tätigkeit, die es gerade ansetzt zu vollenden (u.U. lustvoll!) abbrechen muß. Das ist noch konkret und wenn auch unliebsam nachvollziebar. Dann muß es aber auch lernen, daß "nein" eine Botschaft darstellt, nämlich die, daß mit diesem Wort ein Verbot ausgesprochen wird, welches unabhängig von der jeweiligen Situation und Tätigkeit immer gilt. Wie soll das Kind diese hochkomplizierten Zusammenhänge sofort verstehen? Insbesondere den zweiten Inhalt des "Nein" kann ein Kind nicht gleich verstehen, denn es weiß ja gar nicht, worauf sich das Verbot in Zukunft noch beziehen wird. Es kennt diese verbotenen Dinge ja noch gar nicht! Es kennt noch nicht einmal die Zukunft. Ein allgemeines Prinzip ist aber nur dann verständlich, wenn sein Verallgemeinerungscharakter erkennbar ist. Das setzt wiederum begrifflich-kategoriales Denken voraus, also ein gewisses Maß von Logik. Wir wollen das hier nicht vertiefen. Was tut ein Kleinkind ist dieser, seiner Verunsicherungfalle? Es tut das, was ihm die Natur mitgibt an Mechanismen, sich in solch komplizierte Zusammenhängen zurecht zu finden. Es wiederholt und es spielt. Wiederholung und Spiel, bzw. beides zusammen sind die Mechanismen im gesamten Leben, komplizierte, abstrakte Dinge zu begreifen. Jeder von uns Erwachsenen macht es nicht anders. Nur geben wir unserem Verhalten und Handeln andere Namen, z.B. Probieren, Nachvollziehen, Einüben, Experimentieren, einen Versuch machen, etc. Die ganze Wissenschaft ist ein unendlichen Ausprobieren, Experimentieren, Wiederholen, Nachprüfen u.s.w. Wir könnten auch sagen, wir alle spielen. Betrachten Sie jetzt das Verhalten ihrer Kinder mit der korrigierten Sicht, und sie werden sofort verstehen, warum Ihr Kind so reagiert. Sie verstehen auf einmal, daß es nicht widerspenstig ist und nicht gehorchen will, sondern daß es sich daran erfreut, mit Ihnen zusammen als seinen Eltern die Inhalte des Nein! durchzuspielen, und zwar immer wieder und solange, bis es begreift, was damit gemeint ist. So kann das Kind lustvoll! und mit Spaß darauf vorbereitet werden, Regeln zu lernen, deren Anerkennung und Befolgen es in Zukunft mit Selbstbewußtsein und innerer Stärke erfüllt. Viele Grüße Hurra, hat geklappt. Viel Spaß beim Lesen.


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