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Sehr geehrter Herr Dr. Posth, mein Sohn ist ein Frühchen und jetzt korr. 8 Monate alt (unkorr. 10,5). Ich habe ein halbes Jahr nach der Geburt leider anfangen müssen, zu arbeiten. Zu der Zeit war mein mann arbeitssuchend. Mittlerweile hat er eine befristete Stelle, so dass wir beide arbeiten. Die Betreuung meines Sohnes übernimmt meine Mutter, die sich wirklich aufopferungsvoll um ihn kümmert. Bei meiner Mutter sind nachmittags auch meine beiden Brüder, so dass er insgesamt 5 Personen täglich sieht. Jetzt ist mir aufgefallen, dass er gar nicht so viel fremdelt. Generell lacht er viele Menschen an. Aber einige wenige mag er überhaupt nicht, weint dann und will zu uns. Was meinen Sie dazu? Hat er keine sichere Bindung zu uns? Was können bzw. müssen wir tun? Vielen Dank für Ihre Antwort im voraus.
Stichwort: Fremdeln Hallo, Fremdeln ist generell ein wichtiges Zeichen des Säuglings dafür, daß er eine Bindung eingegangen ist. An wen läßt sich am besten ermitteln, indem man beobachtet, bei wem er sich am schnellsten beruhigt oder zu wem er sich im "Ernstfall" hin flüchtet. Die sichere Bindung unterscheidet sich von den Formen der unsicheren dadurch, dass der Säugling mit etwa 1 Jahr, bei seiner Mutter den Kontakt mit fremden Personen akzeptiert und je nach Veranlagung sogar sucht. Sicher heißt auch, dass er momentweise seine Mutter entbehren kann und bei einer einigermaßen vertrauten Person ohne Angst zu bekommen bleibt. So etwas lässt sich eigentlich nur konkret beobachten und nicht theoretisch abklären. Dass ein Säugling gerne mit fremden Personen lacht und sie mimisch oder mit Stimme zum Kontakt anregt, ist charakterspezifisch und kein Zeichen für eine nicht gelungene Bindung. Viele Grüße
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