Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

sich verletzten/weh tun

Frage: sich verletzten/weh tun

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Hallo Herr Dr. Posth, danke für Ihre Antwort auf mein letztes Posting. Körperliche Strafen halten wir ebenfalls für absolut tabu. Auch das leider immer noch existierende "auf die Finger schlagen" oder den "Klaps auf die Pampers". Finde ich abscheulich. Nun gerade deshalb habe ich eine spezielle Frage. Neuerdings findet mein Sohn es total spannend, meine Spülmaschine, insbesondere die Messer, auszuräumen. Ist mir zu gefährlich, also verbiete ich es ihm auch rigoros mit einem entschiedenen Nein. Er hört natürlich überhaupt nicht und macht es immer wieder. Neulich hatten wir wieder diese Situation und ich habe ihn von der Spülmaschine weggezogen und geschimpft. Da wurde er wütend, fing an mit den Füßen zu stampfen und ließ sich dann hinfallen. Hatte den Eindruck, er sei ausgerutscht (Socken). Dabei stieß er sich den Kopf und weinte. Hat das ähnliche Auswirkungen wie eine körperliche Strafe (habe vorher ja geschimpft) oder kann er unterscheiden zwischen Absicht und Missgeschick/Unfall?


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, wenn das Missgeschick im Rahmen selbstaktivierter Bewegungsvorgänge passiert ist, dann wird das Kind dieses ursächlich jetzt schon auf sich selbst beziehen. Ein Säugling könnte das noch nicht. Wenn es im Rahmen eines Handgemenges passiert, bei dem auch noch geschimpft worden ist, dann ist es natürlich schwierig zu erkennen, wer da was verursacht hat. Das ginge einem selbst genauso. Daher ist bei solchen Unklarheiten wichtig, dass man dann sein Kind sofort in den Arm nimmt und tröstet, nur damit nicht der Eindruck entsteht, man hätte Gewalt gegen es ausgeübt. Je älter das Kind, desto klarer sollte man dann auch in Worten sagen, dass das Missgeschick selbstverschuldet gewesen ist (natürlich immer ohne Häme). Viele Grüße


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