Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Schnuller abgeben und wiederhaben wollen

Frage: Schnuller abgeben und wiederhaben wollen

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Hallo Herr Dr. Posth, meine Zwillis sind 3 1/2 Jahre. Mein Sohn braucht seit ca. 3 Mon. keinen Schnuller mehr, meine Tochter hat ihn vorgestern Mittag ganz von sich aus in den Müll geworfen und war ganz stolz auf sich, hat auch 2 Nächte ohne geschlafen. Heute war wieder Kiga. Wenn ich sie abhole, sind sie immer sehr k.o., normalerweise nahm sie dann den Schnuller. Heute war ich nur mit ihrem Kuscheltuch da. Erst dachte ich, es geht gut, dann fing sie an zu toben und beruhigte sich auch zu Hause nicht. Habe erklärt, dass sie ihn doch gestern weggeworfen hat usw; nix zu machen. Bin nervlich sehr angespannt. Als sie dann ohne dass ich es gleich merkte, den Müll auf der Suche nach dem Schnuller in der ganzen Küche verteilete, bin ich sehr böse geworden, habe sie angeschrieen und den Schnuller (ich hatte ihn sicherheitshalber aufgehoben)hingeworfen. Ich weiß, ich habe falsch reagiert. Bin inzwischen aber ziemlich am Ende und wüsste gerne, wie ich mich richtig verhalten hätte. Danke! C.


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, man muß seine Kräfte einschätzen können und wissen, was man auszuhalten bereit ist. Normalerweise sollte man konsequent bleiben und auch auf die Gefahr, nicht ideal entschieden zu haben, auf seiner Entscheidung bestehen. Aber im Einzelfall darf man natürlich davon abweichen. Es muß ja menschlich bleiben. Wenn man also einen solchen "Rückschritt" akzeptiert, dann ist es immer gut, eine kleine Begründung seinem Kind dafür zu liefern. Am besten argumentiert man mit der Wahrheit, in man sagt, daß beide! sich zuviel zugetraut hätten und daß man, um sich zu Entspannung, das Rad noch einmal eine kurze Zeit zurück dreht. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Das kann auch schon ein Kleinkind verstehen. Also viel Kraft zu Zuversicht weiterhin, auch in die eigene Erziehungskompetenz. Viele Grüße


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