Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Schiefhals

Frage: Schiefhals

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ich habe 2 gesunde kinder mit 4 1/2 und 21/2 Jahren. Kind nr.1 wurde mit einem Schiefhals geboren und bin bis heute noch in regelmäßigen Abständen in der Physiotherapie nach Vojta. Kind Nr. 2 hatte angeblich auch einen leichten Schiefhals musste daher 2x als Baby zur Physioth. auch wurde eine Kopfasymetrie festgestellt die man auch sieht wenn man von vorne aufs kind schaut (hauptsächl. fällts mir auf beim mit in den Spiegel schauen) Meine Frage hierzu hatte das Kind bei mir im Bauch zu wenig Platz in der Gebärmutter oder woher könnte dies kommen? Kann man so nen schiefhals vererben? Ist das Risiko für ein 3. Kind das wir gerade planen sehr hoch dass wir noch ein Schiefhals-Kind bekommen würden? Habe mich auch etwas informiert über das Kiss-Syndrom würde aber gerne wissen ob vielleicht ICH ein Problem habe das man so nicht feststellen kann? Sollte ich mich untersuchen lassen? Warum hatte das Kind zu wenig Platz? Unser 2. Kind lag von der 24. bis zur 37. SSW in der Beckenendlage und wurde dann gedreht was super klappte. Was würden sie zu dem ganzen meinen? Danke ihnen jetzt schon für ihr Vertrauen LG Merry


Dr. med. Rüdiger Posth

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Stichwort: KISS Liebe Merry, vielleicht wäre das ja auch eine Frage für die Gynäkologen, die es ja auch hier im Forum gibt. Zunächst einmal muss geklärt werden, um welche Form eines Schiefhalses es sich bei Ihren Kindern handelt. Es gibt muskuläre und knöcherne. Letztere hängen mit Fehlbildungen der Halswirbel zusammen und und sind physiotherapeutisch allein nicht korrigierbar. Die muskulären Schiefhälse dagegen schon, aber auch hier muss geklärt werden, ob es sich nur um ein vorübergehendes Phänomen nach der Geburt handelt, welches durch Lagerung im Uterus bedingt sein kann (Ihre Kinder?), oder um ein Geburtstrauma, das z.B., mit einer Einblutung in die Muskelscheide des Kopfnickers einhergeht. Schließlich gibt es die transitorischen (übergangsmäßigen) Seitendifferenzen im Haltungstonus des kleines Säuglings (muskuläres Hemisyndrom), die zu einer verstärkten Kopfwendungen nach einer Seite führen und zumeist im 4. bis 5. Monat durch das Einsetzen der symmetrischen Halsstellreflexe aus dem Mittelhirn spontan verschwinden. Solche Spontanheilungen werden dann gerne "heilenden Händen" aus dem Bereich der manuellen Therapie zugeschrieben. Der schiefe Kopf als Folge dessen, bildet sich dann auch zurück (auch ohne Helm!), was aber dauert. Er wird schief durch das Liegen und den ständigen Druck auf eine Hinterkopfseite, die Schädelnähte sind ja noch offen. Der Beweis einer Fehlhaltung im Kopfgelenk (Atlanto-Occipitalgelenk), sog. KISS, steht weiterhin aus. Radiologisch konnte keine solche Fehlhaltung nachgewiesen werden. Auch Rezeptoren für die Kopfhaltung und Spannung der Kopfhaltemuskulatur im Bereich der oberen HWS sind nicht gefunden worden. Viele Grüße


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