Mitglied inaktiv
Lieber Herr Dr. Posth. Ich selber leide seit mehr als 15 Jahren und Depressionen und Panikattacken (hab' diverse Terapien, Klinikaufenthalte etc. schon hinter mir). In besonders schlechten Zeiten kann ich kaum über die Straße, Bus fahren, einkaufen gehen etc. Die einfachsten Dinge scheinen mir dann unüberwindbar. Nun zu meiner Frage: Meine Tochter ist zwar erst 6 Monate, dennoch mache ich mir nun schon Gedanken, welche Auswirkungen es mal auf sie haben wird. Meinen Sie, dass Sie ebenfalls einen "psychischen Knacks" davon tragen wird? Ich habe Angst, dass sie sich meine Verhaltensweisen abkuckt und meine Ängste "übernimmt"? Besteht die Gefahr? Und was kann ich tun, damit es nicht so wird? Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen, Katarina
Liebe Katarina, das rührt eigentlich an die Frage, ob Depressionen oder Panikattacken irgendwie vererbar sind. Denn Abgucken im eigentlichen Sinn kann man das nicht. Aber es gibt zwei wichtige Dinge: Erstens ist es ganz wichtig, auch bei eigenen depressiven Stimmungen, Augenkontakt mit seinem Säugling zu halten und ihm gute Gefühle so weit das innerlich möglich ist zu spiegeln. Damit läßt sich schon viel verhindern. Denken Sie immer daran, Ihre Tochter ist eigentlich der mensch, der Sie am meisten von allen schätzt und der Sie vorbehaltlos liebt. Dafür möchte Ihre Tochter sich nur von Ihnen geliebt wissen und sich bei Ihnen sicher fühlen. In dem Moment, in dem sie das klar für sich erkennen, haben Sie enorme Kräfte. Und zweitens müssen Sie, sobald Ihre Tochter auf Erkundungsreisen geht, sich davor hüten, sie mit ängstlichem Blick dabei zu verfolgen. Sie müssen versuchen, bei den unvermeidlich rücksichernden Blicken Ihrer Tochter zu Ihnen, immer zuversichtlich zu blicken, es sei denn es drohte tatsächlich Gefahr. Ich wünsche Ihnen, daß Sie familiär gut abgesichert sind und eine erfolgreiche Behandlung bekommen. Alles Gute und viele Grüße
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