Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Posth, wenn der Kleine sich weh tut, wird er immer sofort auf den Arm genommen und getröstet. Als ich ihn neulich von der Spülmaschine wegzog, wurde er wütend, fing an zu stampfen und zu schreien. Habe ihn gleich losgelassen, er ließ sich dann fallen (oder rutschte aus) und tat sich dabei weh. Ich hatte vorher ein wenig geschimpft. Er wehrt sich manchmal auch beim Wickeln sehr und wird wütend und schreit, so dass ich ihn fast nicht anziehen kann. Manchmal schimpfe ich dann auch oder halte ihn ganz kurz an den Armen fest, aber immer vorsichtig und behutsam. Dadurch wehrt er sich dann noch mehr, so daß er sich dann wiederum den Kopf stößt. Auch dann versuche ich natürlich ihn zu trösten, zunächst wird das aber abgelehnt. Beruhigt sich aber schnell wieder. Er wird liebevoll behandelt und wächst in einer stabilen Umgebung auf, Gewalt gibt es bei uns nicht. Muß ich nun sofort mit Traumatisierungen rechnen oder verkraftet sein Seelenleben solche Mißgeschicke auch schon mal?
Stichwort: erste Erziehungsschritte Hallo, befindet sich ein Kind in einer stabilen Bindungsstruktur und fühlt es sich verstanden in seinen Bestrebungen zur Selbstständigkeit, dann ist das erst einmal ein gute Voraussetzung dafür, aus kleineren Konflikten völlig unbeschadet herauszugehen. Alles das, was Sie schildern, gehört zum gewöhnlichen Alltagsgeschehen, das nie völlig spannungsfrei abläuft. Selbstverständlich sorgt man dafür, dass allzu große Irrtümer und Fehler dem Kind von vornherein erspart bleiben, aber ganz vermeiden läst sich das nicht. So muss auch mal geschimpft werden, oder Kind und Gegenstand getrennt werden. Kommt es dabei zum Protest, dann ist dieser Protest sachlich gerechtfertigt und keine Widerbostigkeit. Die Widerstandhandlungen beim Anziehen, sind altersgerecht. Wenn Eltern dann einmal energischer handeln, weil es jetzt unvermeidlich ist, angzogen zu werden, dann ist auch das keine Traumatisierung. Eltern müssen schon zeigen können, dass sie sich, falls nötig, auch durchsetzen können. Erklärungen im Nachhinein und liebevoller Trost, wenn es zu heftig zuging, sind allerdings wichtig, um zu signalisieren, dass die Bindung keinen Schaden genommen hat. Viele Grüße
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