Mitglied inaktiv
nochmal hallo, ich habe sie schon einmal gefragt, ob ihr langtext auch auf behinderte kinder zutrifft. ich habe einfach das problem, dass ich angst habe, dass ich etwas falsch gemacht habe in punkto bindung. marcel ist ja 4 1/2 und seit ungefähr einem dreiviertel jahr bis jahr in einer starken trotzphase (durch die verzögerung auch ok). er zwickt und kratzt dann so stark, dass es sogar blutet er weiß dann überhaupt nicht mehr wohin mit seiner wut. er tut mir dann sogar fast leid. er macht es aber nur bei mir (einbißchen bei meinem mann).wenn ich ihm sage, dass es wehtut und auch mal weine (aus wut und verzweiflung), dann ist er verzweifelt und weint fürchterlich. er hat auch wahrnehmungsstörungen und braucht sehr starke reize. deswegen merkt er wohl auch nicht, wie heftig er zwickt. haben sie einen tip, wie ich damit umgehen kann? er hat auch keine geduld, wenn man sich nicht gleich zuwendet, wenn er etwas möchte. ansonsten ist er ganz "lieber". es ist nur im trotz so arg.
Hallo, die Verhältnisse bei behinderten Kindern sind mit Sicherheit etwas anders zu sehen als bei normal entwickelten. Was auf jeden Fall auffällt ist, daß die Entwicklungsschritte zur Loslösung und Selbständigkeit generell etwas später einsetzen. Auch verlaufen sie oft mit größerer Dynamik, was vermutlich damit zusammenhängt, daß aufgrund vieler Einflüsse aus der Lebensumgebung eines solchen Kindes die Bindungsstrukturen überaus intensiv werden. Oftmals entsteht eine regelrechte Abhängigkeit des Kindes von der primären Bezugsperson. Dazu kommt, daß sich ein Selbstwertgefühl aufgrund der verschiedenen Behinderungen nur schlecht aufbaut. Die Folge sind starke Dynamiken zwischen dem Kind und der Mutter, die ja meistens die primäre Bezugsperson ist. Die erschwerte Loslösung ist wahrscheinlich die Regel. Zu Bedenken ist auch, daß behinderte Kinder viele Geschehnisse anders wahrnehmen als normale, so daß bestimmte pädagogische Strategien im Endeffekt schwieriger ablaufen, wie z.b. die von Ihnen geschilderte. Ich wüßte aber nicht, wie man damit besser umgeht, als darauf zu achten, daß man selbst nicht zu stark von solch übertriebenen Reaktionen belastet wird. Viele Grüße
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