Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Posth, mein Sohn ist am Monatsende 18 Monate alt. Mich beunruhigt seine wie ich finde extrem langsame Entwicklung. Wir kommen relativ viel mit gleichaltrigen Kindern zusammen udn ich stelle immer wieder fest, dass er sozusagen in fast allem das Schlusslicht ist. Zum Beispiel redet er kein für uns sinnvolles Wort, auch nicht spontan Mama oder Papa. Alles, wonach man ihn fragt, ist "mmmmmmm-a", sein Universal-Wort. Er brabbelt viel. Er ist extrem anhänglich und löst sich nicht von mir, selbst in unserer Wohnung. Dass er alleine für sich spielt, kommt so gut wie gar nicht vor. Er läuft erst seit etwa sechs Wochen frei, zeigt aber kein Interesse an dieser neuen Errungenschaft. Draußen mag er überhaupt nicht laufen, allerhöchstens ein paar Schritte an der Hand. Mit Spielplätzen kann man ihn jagen, die Sachen dort interessieren ihn überhaupt nicht. Er kann nicht ohne einen von uns einschlafen. Wenn jemand dabei ist, schläft er recht schnell und friedlich ein, deshalb ist das auch keine Belastung für uns. Wenn man nur nicht immer die unzähligen Geschichten über all die Kinder hören würde, die angeblich stets alleine einschlafen und sich morgens in ihrem Bett noch wunderbar eine halbe Stunde lang alleine beschäftigen. Wenn ich mir meinen Sohn so betrachte, fällt es mir schwer zu glauben, dass es so etwas überhaupt gibt. Er brüllt nach dem Aufwachen immer sofort. Er schläft sich selten gut aus, wacht verfrüht auf und ist dann schlecht gelaunt. Mit Spielen und Unterhaltung lockt man ihn kaum hinterm Ofen vor. Am liebsten würde er sich herumtragen lassen, mit mir aus dem Fenster schauen, Bücher anschauen. Er scheint mir so passiv! Auf der anderen Seite will er jetzt schon helfen, wo es nur geht, beim kochen, Spülen, Wäsche zusammenlegen, alles will er mitmachen. Außerdem hat er einen ausgeprägten Ordnungssinn entwickelt und räumt herumliegende Socken auf, stellt seine Schuhe an ihren Platz etc. Zwei- bis dreimal die Woche besuchen wir Müttertreffen und Spielgruppen, dort bleibt er stets bei mir und ist wenn überhaupt dann nur für wenige Sekunden abgelenkt und macht etwas anderes als an meinem Knie zu hängen. Die anderen Kinder vergnügen und beschäftigen sich munter im Raum, und er wird quengelig, wenn ich ihm dort was zeigen will, und wenn ich raus aufs Klo will, brüllt er !! Was kann ich machen, damit er vielleicht etwas aufgeschlossener wird anderen und anderem gegenüber? Ist es normal, dass er noch kein Wort spricht? Vielen Dank, Heike
Liebe Heike, Ihr Sohn leidet noch unter seiner großen Anhänglichkeit. Die haben andere Kinder auch oder schon bereits hinter sich, die Anhänglichkeit ist der Gegenspieler zum Freiheitsdrang in die Autonomie (s. mein Text über das emotionale Bewußtsein, v.a. Teil 2). Wenn ein Kind sich schlecht lösen kann, dann hat das etwas mit seinem Temperament und Anlagen zu tun, aber ebenso viel auch mit dem, was es an Erfahrung in der primären Bindung im ersten Lebensjahr gemacht hat. Konnte sich eine sichere Bindung entwickeln oder nur eine unsichere. Der von Ihnen geschilderte Ordnungssinn ist alterstypisch und läßt (leider) wieder nach. Er hat etwas mit der kindlichen Suche nach Ordnungsprinzipien zu tun. Wegen der Sprachentwicklung sollten Sie noch einmal zum Kinderarzt gehen, damit er das Gehör beurteilt oder eine Untersuchung des Gehörs veranlaßt. Versteht Ihr Sohn denn sehr viel mehr? Die Behauptungen anderer Mütter sind übrigens häufig sehr geschönt. Lassen Sie sich dadurch nicht verunsichern. Viele Grüße
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