Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Dr. Posth, ich möchte meine Frage gern an Sie richten: meine Tochter ist 16 Mon. alt. Seit 4 Monaten bin ich nun wieder berufstätig. Ich musste nun 8 Tage auf Geschäftsreise und habe die Kleine 4 Tage bei meiner Mutter und 4 Tage bei meiner Schw.-Mutter gelassen. Sie ist häufiger schon über Nacht dort und es klappte prima. Nr dieses Mal war es eine Woche und ich hatte natürlich Bedenken. Leider klappte es mir zu gut, mein Mädel fragte die Oma "höchstens" 1 x am Tag nach mir und nach kurzer Erklärung wo ich z.Z. bin, war es auch schon gut. Ist sie nicht in einem Alter, wo sie etwas anhänglicher sein könnte?Vermisst sie mich nicht? Oder hängt sie sich in einer solchen Situation gleich an die nächste Oma und die Welt ist wieder ok? Vielleicht gebe ich sie auch zu häufig ab? Ich habe nur seit diesem Erlebnis ein ungutes Gefühl, was unsere Mu-Ki-Bindung angeht und stelle mir ernsthaft die Frage, ob ich mit dem Wiedereinstieg in den Job warte bis sie Älter ist? Denn ich werde einige Wochen im Jahr auf Reise gehen. Wenn sie das so hören, was denken sie? Könnte unsere Bindung schon einen Knax haben, mein Gefühl sagt mir mom. leider ja... MFG C. Wagner
Liebe C.Wagner, der Säugling und das Kleinkind besitzen die Fähigkeit, sich Ersatzbindungen zu suchen, wenn die Mutter nicht immer verfügbar ist. Von dieser Fähigkeit des Kindes profitieren Sie ja (das kind natürlich auch,) und Sie haben stillschweigend vorausgesetzt. Man darf dann im Nachhinein nicht irritiert sein, wenn das Kind sich seinen Weg sucht. Offenbar mag und liebt Ihre Tochter ihre Großmütter. Allerdings besteht die Gefahr, daß Kinder, die einem solchen Wechsel ausgesetzt sind, sich zu den unsicher gebundenen und vermeidenden entwicklen, welche nur so tun, als ob sie nicht litten. In Wirklichkeit sind sie aber emotional stark angespannt. Man merkt es in der Regel an ihrer rigiden Verweigerung von emotionalem Ausdruck bei der Rückkehr der Mutter. Nur wenn es so ist, muß man seine Schritte neu überdenken. Viele Grüße
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