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Guten Tag, Herr Dr. Posth! Meine Tochter (19 Monate) zeigt seit gut zwei Wochen Mitgefühl. Wenn sie sieht, daß ich traurig bin, kommt sie her und umarmt mich und muss selbst weinen. Als wir gestern unterwegs waren, und ein Baby geweint hat, hat sie gesagt Baby weinen und hat zu weinen angefangen usw. Da sie öfters trotzig ist und sich z. B. nicht wickeln lassen will, sage ich Mama ist traurig wenn du dich nicht wickeln lässt.Sie ist dann besorgt um mich und lässt sich wickeln. Aber ich denke es macht ihr Angst, wenn Mama traurig ist, und ich sollte es lassen oder? Anderseits ist es doch gut, wenn sie merkt, daß ihr Verhalten nicht richtig ist?
Stichwort: falsche Induktion Hallo, mit 19 Monaten fangen die Voraussetzungen zur Empathie langsam an. Das hat etwas mit der Selbstentstehung zu tun. Aber in diesem Alter kommt auch noch oft die Vorstufe, also die Affektansteckung vor, was Ihr Beispiel von dem weinenden Baby gut zeigt. Empathie bedeutet, dass das Kind Herr seiner Gefühle bleibt und die Mutter oder den Vater tröstet, wenn es sie oder ihn "verletzt" hat. Das erzeugt Stolz im Kind und stärkt das Selbstbewusstsein. Die gespielte Trauer als emotionalen Druck zur Korrektur von Fehlverhalten zu benutzen, ist schlecht, um nicht zu sagen gefährlich. Dabei passiert etwas ganz anderes. Dem Kind wird Schuld suggeriert, ohne dass es in der Lage wäre, irgendein Empfinden von Verantwortung und Schuld zu kennen. Es wird sich nur als Verursacher der mütterlichen Trauer erkennen können und das Gefühl haben, etwas ganz Schlechtes getan oder einen Fehler gemacht zu haben; sprich sozial versagt zu haben. Dadurch wird das Selbstbewusstsein aber geschwächt. Sie sollten also eine solche emotionale Druckausübung besser nicht mehr anwenden. Viele Grüße
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