Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Mama- Fixierung

Frage: Mama- Fixierung

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Lieber Herr Dr. Posth, mein Sohn ist 26 Monate alt und hat die "regressive Phase" (wg. Berlin-Trip etc., vielleicht erinnern Sie sich?) wieder hinter sich gelassen. Nun hat er seinen Vater die letzten 15 Monate nur am Wochenende gehabt. Zu Beginn fragte er noch nach ihm, seit nunmehr 2 Monaten allerdings hat das abgenommen. Der KLeine sagt allenfalls: "Der Papa muß IMMER arbeiten. Mama nein, Mama ist hier." Das hört sich schon so mißbilligend an... Auch läßt er sich nicht mehr gerne von ihm wickeln, fast ist es so, als ob er sich schämen würde? (Mama soll das machen/ Nein, Papa soll weggehen). Auch Zubettbringen vom Papa ist nicht mehr möglich... Wenn der Kleine zu uns ins Bett kommt, steigt er nur noch auf meiner Seite ein. Das Mutter-Sohn-Kuscheln darf dann nicht vom Papa gestört werden. Auf der anderen Seite haben sie wilde "Männer-Raufereien", wo laut gelacht wird, überhaupt ist das Verhältnis sehr liebevoll. Als Säugling hat der Kleine monatelang nachts auf der Brust seines Vaters geschlafen... Zärtlichkeiten zwischen meinem Mann und mir läßt er kaum zu, er drängt sich sofort dazwischen. Oft sagt er auch "Ich bin auch schon groß, David kann auch arbeiten gehen". Das sagt er aber auch nur am Wochenende. Aber diese Mama-Fixierung geht einher mit einem sehr ausgeglichenen Verhalten unter der Woche, unser Kleine ist sehr aufgeschlossen mit Kindern und Erwachsenen, singt fröhlich, schäkert mit Wildfremden im Supermarkt, trotzt eher unauffällig, schläft auch gut... Er scheint ein pfiffiges, glückliches Kerlchen. Also, ist er nun in der Loslösungsphase "steckengeblieben" oder gibt es so etwas wie eine "ödipale Phase", wo die Kinder mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil konkurrieren? Herzlichen Dank für Ihre Antwort, und ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein schönes Weihnachtsfest! Hanna


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Hanna, weder noch. Er benutzt schon seinen Vater zur Loslösung, nur ist er nicht glücklich über dessen Verhalten (dessen Hintergründe er natürlich nicht richtig verstehen kann). Er sagt ja, er will wie Papa sein, aber Arbeit ist nichts gutes, denn sie entfernt seinen Vater, sein Vorbild, von ihm. Er braucht daher verstärkt die Sicherheit seiner Mutter, die er in Ihrem Daheimbleiben und Ihrer Bereitschaft zum Schmusen findet. Diese Rollen will er für sich klar definiert sehen, und daher sieht er es nicht gerne, wenn seine Eltern miteinander schmusen. Das verwischt seine bisheriges soziales Weltbild. Insofern glaube ich nicht an ein ödipales Geschehen, was mir alle Anhänger der klassischen Psychoanalyse jetzt wahrscheinlich übelnähmen. Zwar gibt es in diesem Alter erste frühe Sexualtriebe, aber ich kann darin weder die Freudsche Vorstellung eines Ödipuskomplexes noch die daran angehängte These vom Elektrakomplex erkennen. Viele Grüße


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