Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

mag nur mädchen

Frage: mag nur mädchen

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Lieber Dr. Posth, unser Sohn (genau 3 Jahre)spielt immer nur mit Mädchen, egal wo er ein Mädchen sieht geht er auf es zu und will es drücken und streicheln und vor allem mit seinen Zöpfen also Haaren spielen. Überhaupt findet er lange Haare supertoll und will auch Haargummis tragen. Auch die Farben rosa und lila ziehen ihn ständig an, Puppen usw. sind toll. Autos interessieren ihn fast garnicht. Er betont auch immer Mama ich mag nur Mädchen. Kann das ein Anzeichen darauf sein das er vielleicht selbst lieber ein Mädchen wäre? Ich muss dazu sagen dass er mit ein paar Jungs auch als kleinerer Junge schlechte Erfahrungen gemacht hat (die haben ihn gehauen oder sind ihm zu laut gewesen). Er spricht auch schon sehr viel für sein Alter ist also anderen sehr voraus. Vielen Dank für Ihre Antwort.


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, das ist eine komplizierte Frage, die ich aus der Ferne so gut wie nicht beantworten kann. Ich kann nur Vermutungen anstellen, die zutreffen mögen oder nicht. Wahrscheinlich kann Ihnen zum jetztigen Zeitpunkt überhaupt niemand sagen, was das für die Persönlichkeit Ihres Sohnes zu bedeuten hat. Ich setze einmal voraus, dass Ihr Sohn vom geschlechtlichen Erscheinungsbild normal männlich ausgebildet ist. Ich setze auch voraus, dass seine hormonellen Funktionen im Körper denen eines Jungen entsprechen. Dann könnte es sein, dass er einfach vom Wesen her so veranlagt ist, dass ihm die Verhaltensweisen der Mädchen mehr zusagen als die der Jungen. Ich spreche hier von durchschnittlichem Verhalten bei beiden Geschlechtern und nicht von Einzeltypen. Aber Ihre Frage hat vermutlich einen anderen Hintergrund, der mit dem Begriff Transsexualität zusammenhängt. Im Rückblick auf die frühen Jahre der transsexuellen Menschen kann man feststellen, dass sie sich schon immer mehr dem gegenteiligen Geschlecht zugehörig gefühlt haben als dem eigenen. Das wurde jedoch von den Eltern und Mitmenschen nahezu regelmäßig beargwöhnt oder einfach geleugnet. Damit tut man diesen Kindern keinesfalls einen Gefallen. Im Gegenteil, man vermehrt ihr Leid. Dennoch kann man aber im frühen Alter selbst aus einem solchen Verhalten noch keine Mutmaßung für später ableiten. Daher ist es gefährlich vorschnelle Urteile zu fällen. Beobachten Sie das Verhalten einfach weiter und akzeptieren sie es. Verteidigen Sie ihren Sohn auch gegen mögliche Anfeindungen aus der Umwelt. Erhält sich dieses Verhalten oder nimmt es noch weiter zu, vertrauen Sie sich einem kompetenten Kinderpsychologen an. Viele Grüße


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