Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Posth, mein Sohn ist knappe 4 Jahre alt und mir fällt bei ihm auf, dass er im Vergleich zu gleichaltrigen Probleme hat, irgendwo ohne mich zu bleiben, sei es beim Kinderturnen (obwohl auch sein bester Freund dorthin geht), oder auf Kindergeburtstagen wo er natürlich mit völlig fremden Umgebungen konfrontiert wird. Auf der anderen Seite bleibt er bei meiner Nachbarin oder bei meiner Freundin gern ohne mich und übernachtet sogar dort und "schmeisst" mich raus, wenn ich ihn abholen will. Aber auf einer Feier letztens gab es wieder Heulerei, weil er mich 5 Min. nicht gesehen hat, als ich dann kam war er völlig aufgelöst. ICh verstehe das nicht. Es hat eine behutsame Ablösung von mir stattgefunden, sprich ich bin arbeiten gegangen an zwei Tagen da war er 2 und er war dann stundenweise bei Oma und Opa die er gerne mag. Und doch gibt es bsetimmte Situationen die er anscheinend ohne seine Mama nicht meistern kann. Kann es von folgender Situation herkommen: ich parkte vor der Post, er wollte im Auto warten, ich sagte es dauert nicht lange, jedoch war die Schlange so lang, dass es etwas länger dauerte, als ich wieder kam weinte er schrecklich, weil er dachte ich käme nicht zurück. Ausserdem ist uns am WE in einem Märchenwald wieder aufgefallen, dass er fast panische Angst vor animierten Puppen oder Stofftieren hat. Auf unsere Frage kam "ich hab Angst dass die raus kommen und mich auffresseen" , auch bei einem Karusell hatte er Angst "weil das kann ja runterfallen". Warum macht er sich so viele Gedanken? WIr haben es mit Erklärungen versucht, z.B. warum die Puppen sich bewegen oder wie genau ein Karusell aufgebaut ist, aber trotzdem hat er diese Ängste. Können sie mir das erklären? Vielen Dank Katharina
Liebe Katharina, im Einzelfall kann eine traumatisch wirkende Situation wie die vor der Post durchaus schlummernde Ängst verschlimmern. Das hieße, daß er in Momenten, in denen er jetzt plötzliche Anhänglichkeit an Sie wieder zeigt, die alten Gefühle erneut durchmacht, vermutlich mit der zeit aber auch bewältigt. D.h. jetzt dürfen Sie nicht mit harter Pädagogik kommen, sondern ihn sein Leid durch die Angst ausleben lassen und ihn dabei trösten. Angst vor mechanischem Spielzeug haben relativ viele Kinder und auch vor Puppen im Märchenwald. Sie können dann nur die zugehörige Geschichte zu diesen Puppen mit ihm besprechen und ihm sagen, daß der Schutz durch Sie, als seine Eltern, viel mächtiger ist, als alle Macht, die von den Märchenfiguren und Fabelwesen ausgeht. Theoretische Erklärungen über die Mechanik helfen nicht viel, es sei denn, Sie würden die Puppen dabei auseinandernehmen. Viele Grüße
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