Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

"logische" Widersprueche eines 2 ½ Jaehrigen

Frage: "logische" Widersprueche eines 2 ½ Jaehrigen

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Hallo Herr Dr. Posth, Erstmal ein grosses Dankeschoen fuer das, was Sie hier im Forum leisten –ich bin begeisterte stille (Mit-)Leserin. (von Forum, dem Buch “Die zweite Geburt” und Ihrer Langtexte –gibt es die ev schon auf Englisch?? oder etwas Vergleichbares (nur eben nicht so komplex wie e ganzes Buch) Zu meiner aktuellen Frage: Momentan scheint sich mein Sohn (gut 2 ½jaehrig) seine Wahrheiten/Welt so zurecht zulegen, das es fuer ihn stimmt –bzw das er fuer sich argumentieren kann: z.B. sage ich: “Nein, wir essen jetzt in der Kueche” (und nicht im Esszimmer), worauf er erwidert: “das ist die Kueche” (auf das Esszimmer zeigend) und “hier ist das Esszimmer” (in der Kueche stehend) Dieses Schema wendet er momentan an, sobald ihm etwas nicht passt, egal ob es um Mama/Papa, mein Teller/dein Teller oder blauer oder roter Pulli geht… (manchmal sehr amuesant ;-) Was geht da in seinem Kopf ab? Und wie gehe ich damit um? Vielen Dank! Herzliche Gruesse aus England von MimoMama


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, leider kenne ich nichts Vergleichbares aus England, obwohl ich mir denken kann, daß irgendwo im Verborgenen auch jemand sitzt, der sich etwas abseits vom mainstream fundierte Gedanken über die Entwicklung von Kindern macht. An einer Übersetzung meiner Texte ins Englische wäre ich natürlich interessiert, aber das ist professionelle Arbeit. Übrigens habe ich ganzes Buch hierzu geschrieben, für das es in Deutschland schwer ist, einen geeigneten Verlag zu finden. Aber nun zu Ihrer Frage. Ihr Sohn befindet sich nach J.Piaget´s Vorstellung über die kognitive Entwicklung des Kindes in der magischen Phase, in der ein Kind der Auffassung ist, es könne mit seiner Phantasie die Realität beeinflussen oder gar verändern. Es ist Ausdruck von Intelligenz, wenn diese zwar irrtümliche Vorstellung, doch so angewandt wird, daß eigene Wünsche und Bedürfnisse in Erfüllung gehen könnten. Also im Falle Ihres Sohnes hier der Wunsch, lieber im Esszimmer zu essen, weil es dort vielleicht gemütlicher ist. Als Eltern wird man sich mal täuschen lassen und dem Wunsch nachgeben, mal aber auch das Kind korrigieren, um ihm zu zeigen, daß die Wirklichkeit leider unverrückbar ist. Viele Grüße nach England


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