Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Herr Dr. Posth, heute habe ich eine allgemeine Frage. Kleine Kinder sind so voller Lebensfreude und Wissbegierde. Ich sehe meine Töcher (1,5 J., 4 J.) an und dann meine beiden Halbbrüder (17 u. 20 J.) und sehe wie aus zwei neugierigen kleinen Kindern uninteressierte, unfreundliche Heranwachsende geworden sind. Sie spielen nächtelang Computer, der Große liegt tatsächlich den ganzen Tag im Bett - es gibt offensichtlich nichts, wofür es sich anzustrengen lohnt (alles was nicht gleich klappt, wird sofort aufgegeben). Wo kann denn diese grundsätzliche Lebensfreude u. die Einstellung, dass Dinge interessant sind, und dass man sich Ziele setzen kann und es sich lohnt, sich anzustrengen verlorengegangen sein? Bzw. gibt es aus Ihrer Sicht etwas, das man tun kann, um eine solche Entwicklung zu verhindern? Ich versuche, mir viel Zeit für meine Töchter zu nehmen und hoffe (wie alle Eltern) sehr, dass es mir gelingt, ein paar grundsätzliche Werte zu vermitteln. Haben Sie einen Rat?
Hallo, es wäre vermessen, zu behaupten, hier könnten ein paar gute Ratschläge helfen. Sicher, es laufen ein paar Apostel durch die Lande, die mit einfach gestrickten Konzepten die schnelle Mark (jetzt Euro) machen und den Leuten einen solchen Floh ins Ohr setzen. Aber die Wahrheit sieht anders aus. Ich kann nur sagen, dass ich mich in all meine Erklärungen und Aussagen darum bemühe, den Kindern ein häusliches Nest zu ermöglichen, in dem sie ihre Anlagen und Potenziale frei und unbehindert entwickeln und verwirklichen können. Denn das ist die Voraussetzungen für die Entstehung dessen, was Sie an Mangel bei Ihren Halbbrüdern erleben. Es geht um die Persönlichkeitsentwicklung und die Bergung aller Ressourcen und Schätze, die einem Menschen mitgegeben sind. In meinem neuen Buch wird viel davon die Rede sein, aber auch von den Weichenstellungen zur Fehlentwickliung in der frühen Kindheit. Ihre Halbbrüder sind jetzt postpubertär, da sollten sie langsam das emotionale Chaos, das zeitweilig in ihnen herrscht, überwunden haben. Aber vielleicht ist ja niemand da, der ihnen aus diesem Chaos heraus hilft. Viele Grüße
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