Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Posth, meine Tochter ist 20. Monate. Es gibt Tage da klappt alles absolut reibungslos mit mir. Wir haben viel Spass und ich bin sehr stolz auf sie. Aber an anderen Tagen gibt es Konfliktsitationen zwischen uns beiden, die mir Kopfzerbrechen bereiten. Ich will sie z.B. in ihren Autositz setzen, dann weigert sie sich derart, dass es in einen reglrechten Kampf ausartet. Manchmal verliere ich dann die Geduld und schreie sie an. Ich weiß mir nicht zu helfen. Ich erkläre ihr schon, warum es wichtig ist. Ich habe das Gefühl, dass ich falsch mit ihr kommuniziere. Schlimm ist es auch beim Spazierengehen, wo sie überall stehen bleibt und keine Lust hat mitzukommen. Wird das besser? Ist das die Trotzphase und wie kann ich sie überzeugen, mehr auf mich zu hören. Und welche psychischen Folgen könnte mein Schreien auslösen? Vielen Dank für Ihren Ratschlag!!
Hallo, das Anschreien von Kindern übt auf Dauer eine demütigende Wirkung auf die Kinder aus. Während Sie als Erwachsener vom Verstand her beurteilen, daß Sie etwas falsch machen und sich das irgendwie entschuldigen, was ja verständlich ist, erlebt das Kind es rein gefühlsmäßig, etwas falsch zu machen. Das Kind kann sich aber nun nicht verstandesmäßig entschuldigen, sondern glaubt mit der Zeit, selbst falsch bzw. schlecht zu sein. Es ist aber dementgegen in diesem Alter extrem darauf angewiesen, gute Ansichten über sich selbst zu entwickeln und nicht schlechte, denn das Ergebnis geht ein in das Selbstbewußtsein. So darf man sich nicht wundern, warum die Kinder dann mit 3, 4, oder 5 schamvoll, scheu und mit schlechtem Selbstbewußtsein ausgestattet sind. Das erschwert ihre soziale Integration. Wenn Ihnen einmal die Nerven durchgegangen sind, was auch den besten Eltern passiert, dann muß man nach einer Weile der inneren Abkühlung seinem Kind durch innigen Kontakt signalisieren, daß es einem Leid tut und daß man sein Kind weiterhin genauso lieb hat. Ein paar einfach gestrickte Worte zur Entschuldigung beweisen dann dem Kind die Echtheit seiner Gefühle. Zum besseren Umgang mit Trotzerscheinungen bitte einmal den 3. Teil meines Langtextes lesen, link oben links. Viele Grüße
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