Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Kindergarten

Frage: Kindergarten

Vigoro

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Hallo,Sohn 4 Jahre,7Monate,geht seit dem 3.Geburtstag zum Kindergarten.Er wird von 4 ein Jahr älteren Jungen geärgert.Sie treffen aufeinander beim Mittagessen,in der Ruhezeit und auf dem Spielplatz.Das Problem ist,dass das Ganze den Erziehern nur auffällt,wenn mein Sohn "plötzlich" schreit,wütet,weint,um sich haut,tritt.Nun ist er das Problemkind.Ich habe die Erzieher des öfteren darauf hingewiesen,dass er geärgert wird,was ich schon selbst mitbekommen habe,da das eine Kind sich abfällig in meiner Anwesenheit über meinen Sohn geäußert hat,er nannte ihn z.B.: Heulsuse,weil er geweint hat,nachdem er sich verletzt hat.Und da ging es wieder los,die Fäuste flogen.Das gemeinsame Essen und Ruhezeit konnte ich durch Gruppenwechsel abstellen,sie treffen auf dem Spielplatz aufeinander.Was kann ich tun?Gespräche bringen nichts,habe schon versucht.Ich möchte nicht,dass m.Sohn es nötig hat,sich so zu behaupten u. lernt,damit weiterzukommen. Liebe Grüße und Dank!


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, es ist richtig, dass es keinen Sinn macht, Konflikte in der Kindergruppe mit Fäusten lösen zu lassen. Es herrscht in der Pädagogik leider oft noch die antiquierte Auffassung, dass Jungen es nicht besser könnten, sich untereinander zu einigen, als mit Raufen (um das Reizwort Gewalt zu vermeiden). Diese heutzutage sicher nicht mehr haltbare Auffassung wird dann auch noch mit dem Nimbus des Männlichen unangreifbar gemacht. Schlimmstenfalls wird das Männlichkeitshormon Testosteron als Begründung vorgebracht. Sonst heißt es nur: es sind eben Jungen. Aber alle diese Klischees sind längst nicht mehr haltbar, denn weder stimmt es, dass Jungen sich nur "kloppen" können, noch ist Testosteron ein Hormon, das zur Gewalt befähigt. Eins stimmt aber der Erfahrung nach, dass Jungen weniger spontane Befähigung besitzen, Gruppenprobleme auf sozial verträgliche Weise zu lösen. Woran das liegt, ist einer langen Erklärung wert, die auch immer viel Spekulatives enthält. Nur: Das kann ich hier nicht leisten. Versuchen sie doch weiter, mit den Erzieherinnen im Gespräch zu bleiben mit dem Ziel, gerade in der Jungengruppe die soziale Kompetenz, wie es neuerdings so schön heißt, zu verbessern, sprich, wie man einen scheinbaren Außenseiter wieder in die Gruppe integriert und dabei seinen besonderen Wert erkennt und schätzen lernt. Das wäre "pädagogisch wertvoll". Viele Grüße


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