Ich-bins
Hallo Frau Henkes, danke für ihre tolle Arbeit hier. Meine Tochter ist 4, geht gerne in den Kiga, ist sprachlich sehr fit. Sie liebt es vorgelesen oder Geschichten erzählt zu kriegen oder denkt sich eigene Geschichten aus. Wenn sie nicht ihren Willen bekommt, dann hat sie momentan oft Wutanfälle, die aber denke ich altersentsprechend sind. Allerdings spricht sie dabei immer wieder mal Drohungen aus, so nach dem Motto: wenn ich meinen Willen nicht kriege, dann passiert... Oft sind es Dinge wie: dann habe ich dich nicht mehr lieb, dann bleibe ich für immer hier sitzen, dann lade ich dich nicht zu meinem Geburtstag ein. Was mich erschreckt, sind brutale Aussagen, die sie zwar zum Glück selten sagt, aber doch immer wieder: z.B. Dann mache ich dich tot, dann ziehe ich dir die Haut ab. Ich erkläre ihr dann, dass sie dann keine Mama mehr hätte. Darauf sagt sie meistens nichts. Gehört das noch zur normalen Entwicklung? Inwieweit soll ich es thematisieren, und wenn ja wie? Danke für Ihr Feedback. PS: Sie sieht natürlich auch fern, ca 20 Minuten pro Tag, aber wir achten darauf was sie sich ansieht (Heidi, PawPatrol, Peppa Wutz, Connie und Co.) und schauen meistens mit ihr, da sie oft Fragen zum Geschehen und Verhalten der Figuren hat (Warum hat xxx das gefragt? Etc.)
Guten Tag, solche Drohungen sind - wie der angedrohte Liebesentzug - ganz alterstypisch. Kinder "blähen" sich damit ein wenig auf, um ihrem Willen mehr Nachdruck zu verleihen. Tatsächlich verhält es sich unbewusst eher so, dass Ihre Tochter Angst hat, Sie könnten über ihre Wutanfälle ärgerlich sein und sie mit Liebesentzug bestrafen (Das hat nichts mit der Realität zu tun.). Psychisch kehrt sie diese Angst dann einfach um. Wenn Sie Ihnen droht, "Sie totzumachen", können Sie ihr sagen, dass es für Sie wohl schlimm wäre, wenn Sie tot wären. Aber für die Tochter wäre es auch sehr schlimm. Genau wie Sie es schon sagen, hätte sie dann keine Mutter mehr. Ihre Tochter braucht Ihnen auf diese Äußerung nicht zu antworten. Sie wird den Zusammenhang verstehen. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
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