Mitglied inaktiv
Hallo! Ich habe eine Frage zu meiner 30 Monaten alten Tochter. Sie ist sehr anhaenglich, kann mit sich selber nichts anfangen, spielt so gut wie nie mit sich selber. Sie sucht immer meine Naehe (oder von Papa). WEnn sie auf den Schoss sitz kann sie da dann nicht ruhig sitzen, sondern rutscht rauf und runter, bibbelt an etwas rum und veraendert ihre Sitzposition staendig. Kann einfach nicht mal "sitzen bleiben". Ist aber ansonsten ein ruhiges Kind, das auch nie viel schreit oder rumrennt. Spielen ist fuer sie etwas ausleeren (Stifte aus der Dose), laesst es liegen faengt an einen Turm zu bauen, aber auch das ist nach ein paar Minuten uninteressant. Oder rauemt etwas aus und wieder ein - das macht sie am liebsten. Aber DAS wars. Sie war schon immer ein sehr sensibles Kind, und reagierte auf Veraenderungen. Wenn sie weint, nimmt es dramatische Ausmasse an, und laesst sich nur durch direkten Koerperkontakt beruhigen. Erschwerend kommt hinzu, dass wir vor 10 Monaten in die USA umgezogen sind. Das war der reinste Schock fuer sie. Von Anfang an, besuche ich hier eine Playgroup. Sie loest sich aber nicht von mir, und will immer bei mir bleiben. Sie spielt mit keinen Spielsachen sitzt immer auf meinem Schoss. Auch nach 10 Monaten!!! Und dort sind immer dieselben Muetter und dieselben Kinder. Selbst in D war das so! Sie loest sich nie von mir. Sie braucht immer eine Kontaktperson mit der sie etwas machen kann, der sie animiert der sich mit ihr ALLEIN beschaeftigt. Ich finde auch nicht, das sie auf dem Entwicklungsstand einer 2 1/2 jaehrigen ist. Sie spricht auch nur 2 Wort-Saetze. Versteht aber alles. In Deutschland machte ich mit ihr eine Cranyo-Sacral-Therapie, da ich der Meinung war und immer noch bin, sie hat ein Geburtstrauma. Sie steckte sehr lange im Geburtskanal und war 3Mal (Hals, Schulter, Koerper) in die Nabelschnur verwickelt. Sie kam aber auf natuerlichem Wege ohne Zange oder so auf die Welt. Wie kann ich ihr helfen? So kann es nicht weitergehen, da auch ich darunter sehr leide und sehe, dass sie keine Fortschritte in ihrer Entwicklung macht. Wir fliegen in 2 Wochen fuer 4 Wochen nach D. Wer kann mir bei der Ursachenfindung helfen, damit ich hier eine Therpie anfangen kann. Vielen Dank Ellen Fritz
Liebe Ellen, so wie Sie Ihre Tochter beschreiben, ist sie ein Kind mit bislang nur geringen Selbstanteilen. Das ist verständlich, denn mit gut eineinhalb Jahren hat sich für sie durch den fernen Umzug quasi die gesamte Welt verändert. Da aber fing sie gerade an, sich endgültig von Ihrer primären Bezugsperson, vermutlich Sie als Mutter, zu lösen. In der Phase des Umzugs gab es mit Sicherheit wenig Zeit für Sie, den Vater und Ihre Tochter, diesen Schritt adäquat zu vollziehen. Vorher wird es wohl auch schon Probleme gegeben haben, was ich Ihrer Geschichte mit der Kraniosacraltherapie entnehme. Es ist also nicht verwunderlich, daß sich Ihre Tochter noch wie ein Kind in der Loslösungsphase verhält. In Amerika sofort in eine Spielgruppe zu gehen, war in diesem Kontext eher kontraproduktiv und unterhielt die Stagnantion. Es gibt jetzt nur eine gescheite Lösung für das Problem und das heißt, daß Sie Ihre Tochter noch solange in dieser Ambivalenzrolle annehmen, bis sie durch emotionales Nachladen die Voraussetzungen zur Selbstentfaltung entwickelt hat. Treiben Sie sie jetzt aber in die "Unabhängigkeit" wird Ihre Tochter mit großer Angst und weiterer Regression reagieren und Verhaltensauffälligkeiten werden die zwangsläufige Folge sein (z.B. Trennungsängstlichkeit). Da diese oft erst später so richtig zutage treten, wir dann der Zusammanhang nicht mehr hergestellt, was die Therapie erschwert. Also haben Sie Vertrauen in die natürliche Entwicklungsabfolge. Viele Grüße