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Sehr geehrter Herr Dr. Posth Unser 3 1/2 Jähriger Sohn sagt, wenn er was angestellt hat, zur Zeit des öfteren, es sei seine Schwester 1 1/2 J. gewesen. Ein Beispiel: Mein Mann hat beobachtet, wie er in ein Buch reingemalt hat. Auf die Frage, wer dies getan hat (denn er weiss, dass man dies nicht tun sollte), antwortete er überzeugt, seine kleine Schwester hats getan. Er blieb bei dieser Aussage, obwohl mein Mann sagte, er hätte gesehen, dass er dies gemacht hat. Wie sollte man auf so eine Situation verhältnismässig reagieren? Ist das schon ein Lügen? besten Dank für Ihre Rückantwort!
Hallo, in diesem Alter ist es noch zu früh, von Lüge und damit von einem amoralischen Vorgehen zu sprechen. Das Kind unter 4-5 Jahre hat noch kein Begriffsverständnis von Wahrheit und Unwahrheit. Es muß auch erst lernen, daß die Unwahrheit sagen etwas Schlechtes in unserer Gesellschaft ist. Einstweilen erkennt es nur den Nutzen, denn es haben kann, wenn man sich selbst verleugnet und einen anderen als Schuldigen vorgibt. Diese innere Haltung wird grundsätzlich durch größere Strenge verstärkt. Es ist also sinnvoll und nüztlich, wenn man bei Kinder dieses Alters gelassen mit der Verdrehung von Wahrheit umgeht, dem Kind aber zu verstehen gibt, daß man es durchschaut hat. Ab 4 bis 5 Jahre macht es dann erstmals Sinn, solche Lügengeschichten mit Ermahnung zur Wahrheit zu ahnden. Denn jetzt kommt das Kind langsam in die Lage, die Verdrehung der Wahrheit mit dem schlechten Gewissen zu verbinden und Wiedergutmachung und das gute Gewissen im Bekenntnis zur Wahrheit zu erkennen. viele Grüße
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