Mitglied inaktiv
Guten Morgen Dr. Posth, meine Frage betrifft meine bald 22 Monate alte Tochter.Seit 2 Wochen (da waren wir bei Freunden mit Sohn und er schrie nur nein, na ja, zeitlich verbinde ich es damit) hat sie scheinbar einen Gefallen am Wort NEIN zu haben und benutzt dieses auch sehr oft. Wusste, dass diese Phase Mal kommen würde, aber das Wort nein beherrscht auch ihre Verzweiflung, wenn sie etwas nicht sofort schafft (Schuhe zumachen, Mama kopieren), schreit sie auch nur nein, schmeisst die Sachen hin, steigert sich mal ins Weinen hinein und helfen lässt sie sich überhaupt nicht. Habe schon trösten/in Ruhe lassen probiert, so wirklich hilft da nichts und nach einer "Niederlage" empfindet sie reihenweise die darauffolgenden Tätigkeiten auch negativ. Sonst ist sie ein zurückhaltendes Mädchen, für ihr Alter sowohl sprachlich, als auch feinmotorisch weit entwickelt.Wie sollten wir Ihre Enttäuschung über sich mildern?Ablenkung gelingt selten.Sollte man ihr "Sachenschmeissen" verbieten?Vielen Dank
Hallo, das berühmte Kinderwort "nein" kommt gewöhnlich schon früh im Laufe des 2. Lebensjahres (s. gezielter Suchlauf). Wie das körperliche Sich-wehren, wenn es ans Wickeln oder Waschen geht, ist "nein" das sprachliche Pendant, wenn es darum geht elterliche Anweisungen nicht beachten zu wollen. Aber dieser frühe Widerstand ist wichtig für das Kind, um seine Selbsterfahrungen zu sammeln. Und das geht eben anfangs nur im Protest. Parallel zum erfahrenen Verbot durch die Umwelt trifft das Kind in diesem Alter auch auf seine eigenen Beschränkungen. Auch diese werden wie Zurückweisungen und Ablehnungen verbucht, obwohl sie nur natürliche Grenzen darstellen. Von hier geht es nahtlos über in die negativen Attributionen (Zuschreibungen), ohne die kein Mensch jemals groß wird. Die Frage ist nur, wie geht man damit um. Die einen Kinder sind extrem wütend, so wie ihre Tochter, die anderen etwas gelassener. Eltern können helfen durch Beschwichtigung, geschicktes Helfen (ohne alles vorwegzunehmen), Ablenkung und schließlich durch Trösten, denn solche "Niederlagen" gehören nun mal zum Leben dazu. Viele Grüße
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