Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Posth! Mein 2jähriger Sohn ist eigentlich ein ganz sanftmütiger Junge. In letzter Zeit kommt er allerdings öfters zu mir, grinst mich an und sagt dann: Ich haue die Mama jetzt! Ich habe schon mehreres probiert: 1. wenn er mich haut - weinen, er tröstet mich dann, um mich wieder zu hauen, auch mit einem Gegenstand. 2. ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht möchte und ich ihn in den nebenraum bringe, wenn er es doch tut, er haut und ich tue es, mache die tür zu und er fängt an zu weinen und kommt sich entschuldigen. Papa schimpft mit ihm, und sagt, mädchen haut man nicht - bringt aber auch nichts. Was ist denn jetzt die richtige Methode? Dass er es noch nciht richtig verknüpfen kann, dass andere hauen genauso unschön ist, wie selbst gehauen zu werden, weiss ich, aber wie soll ich am besten reagieren? Ignorieren klappt nicht, dann macht er immer weiter. Danke für die Antwort! lg Katrin
Stichwort: Induktion Hallo, Ihr Beispiel ist eine gutes Modell, die zwei grundsätzlich unterschiedlichen "Erziehungsmethoden" zu beschreiben. Die letztere Methode mit Schimpfen, in den Nebenraum bringen (Strafe) und die Tür zu machen (Ausgrenzung) führt zum Weinen des Kindes und zu keinerlei Verständnis. Es fühlt sich beschämt und negativ beurteilt (attributiert). Denn das Kind ist sich -vorläufig- noch keiner Schuld bewusst. Es handelt nur so, weil Trieb und Impuls ihm das so vorgeben. Es möchte dabei erfahren, wie die Bezugspersonen und anderen Menschen auf den spielerischen Angriff reagieren und wie es sich in Zukunft verhalten soll. Diese alte, autoritäre Methode halte ich für falsch. Die zuerst genannte Methode entspricht dem Anfang der Induktion. Ich sage bewusst Anfang, denn das mitleidige Empfinden mit dem Anderen, die Empathie, muss in einem langwierigen Prozess erlernt werden. Das dauert bis zum 4. Lebensjahr. Dann findet im Bewusstsein des Kindes erst die Umkehr der Sichtweise statt. D. h. das Kind versteht erst dann, dass der andere unter seinem Angriff wirklich leidet und veilleicht Schmerzen empfindet, zumindest sich seelisch schlecht fühlt. Bis dahin werden solche Situation immer wieder spielerisch durch geführt, wenn das Spiel mit der Zeit auch schon früher nachlässt und eher uninteressant wird. Aber deswegen "freut" sich Ihr Sohn, wenn er Sie gehauen hat, denn er lernt im Spiel, was er wissen möchte. Nimmt er einen Gegenstand, dann nehmen Sie ihm den Gegenstand ab. Da geht er einen Schritt zu weit. Wie sie sicher längst heraus gehört haben, halte ich diese Vorgehensweise für richtig. Im gezielten Suchlauf unter Induktion finden Sie noch viele andere Antworten dazu. Viele Grüße
Ähnliche Fragen
L.Hr. Dr. Posth, unsere T., 31 Mon, forumsgem. wurde von 20 b. 28 Mon. fremdbetr. Relativ sanfte Abl., hat nie geweint, durfte schnell gehen, ohne Probleme. Seit Sommer geh ich nicht mehr arbeiten, haben T. aus Kita rausgen., da sie immer weniger dort bleiben wollte, am Ende der 8 Mon auch Weinen, wollte mich nicht gehen lassen. Seit Dez. 2012 (22 ...
S.g.Dr.Posth, ich habe vor einigen Wochen schon mal geschrieben. Unsere Tochter (4) verhält sich z.Zt. oft aggressiv, wenn es nicht nach ihrem Willen geht. Eine richtige "Krise", wie Sie vermutet haben, gibt es dafür nicht. Gründe kann ich nur vermuten. Im Kindergarten gefällt es ihr gut, aber ich denke, dass sie jetzt zunehmend den "Machtkampf" d ...
Sehr geehrt. Hr. Posth, danke, dass Sie sich auch dieses Jahr wieder Zeit nehmen. Sohn (11 M) seit ca. 5 Wo. plötzl. sehr wählerisch, spuckt fast jedes Essen aus, zuvor nie, springt, weint und haut Kopf gegen Boden, wenn man ihm seinen "Willen" nicht lässt (bei Gefahr z.B.), Wickeln auch m. Ablenkung extr. schwierig, fängt immer stärker an zu Hauen ...
Sohn, früher defensiv/sensibel. Mit 20 Mon. schw. Eingew. in Krippe mit Weinen dort, Berl. Mod., aber nie Trennungsangst/unruhiger Schlaf etc. Mittlw. dort routiniert & fühlt sich wohl. Bis auf frühe Fremdbetrg. forumsgem. betr., erste Zeit war aber nicht immer leicht. Trotzd. fast alle Anzeichen von fester Bindg., LL über wirkl. tollen Papa super. ...
Lieber Hr. Dr. Posth, ich würde grene wissen, wie ich als Mutter mich am besten verhalte, wenn mein Sohn (4 J) mich haut. Er tut das sehr oft, immer wenn er wütend ist, oft auch zum "Spass", um Kontakt herzustellen oder zu raufen. Er freut sich auch, wenn ich mit ihm Tobe und es wild wird. Er ist sehr impulsiv. Andere Kinder haut er nicht, da kennt ...
Lieber Dr. Post, kenne Ihre Bücher fast auswendig. Obwohl ich autoritär erzogen worden bin, erziehe ich meine Tochter (22 Monate) exakt nach Ihren Empfehlungen, was mir viel Kraft kostet. Jetzt bin ich doch verunsichert: LL läuft super über Tante (habe Ihnen schon geschrieben), wir sehen sie jeden Tag. Meine Tochter ist seit 3 Wochen leicht aggre ...
Hallo Dr.Posth, unsere Tochter (29Mon forumsgerecht erz.) geht seit Jan.3x/Wo. in den kleinen Kiga (für 2-3jährige) und ist gut angekommen. Seit ein paar Woche haut sie nun, reißt(!) an den Haaren und piekt in die Augen, auch Kinder,die etwas jünger sind. Sie kann sprechen und sich mitteilen und kennt von uns auch nicht diese Art. Wie kann ...
Sehr geehrter Herr Dr. Posth, mein Sohn, zwei Jahre, ist ein friedliches Kind, aber manchmal beißt oder schlägt er mich. Meistens in Situationen mit Körperkontakt, also beim Anziehen oder auf dem Schoß sitzen. Wenn er mich beißt, weiß er, dass er es nicht darf, er lacht dann nämlich - das wirkt oft wie ein Spiel auf mich. Beim Schlagen ist es ande ...
Hallo Frau Henkes, Unser Sohn (4,5 Jahre) ist seit seinem Start in der Fremdbetreuung mit zwei Jahren durch übergriffiges/ aggressives Verhalten aufgefallen. dies variiert in der Häufigkeit ist aber seit 2,5 Jahren ein konstantes Thema, das mich mittlerweile zur Weißglut treibt. Er tut meistens den anderen Kindern nicht weh, sondern es ist m ...
Mein Sohn wird jetzt drei Jahre alt. Schon letzten Herbst hat er auf dem Spielplatz, meistens beim rutschen fremde Kinder an der Kleidung gezogen oder fest am Arm gepackt. Er hat dabei ein Lachen im Gesicht. Bis heute macht er das hin und wieder. Bei Kindern allen Altersstufen. Das ganze ist mir sehr unangenehm. Wir verfolgen ihn praktisch auf dem ...
Die letzten 10 Beiträge
- Übergänge gestalten
- Trennungsschmerz
- Wackelzahnpubertät oder auffälliges Verhalten?
- Wie viel Macht / Mitbestimmung für einen 8-jährigen
- richtiger Umgang in herausfordernder Phase
- Konsequentes Verweigern des Toilettenganges
- 6 Jährige plötzlich Probleme mit Trennung im KIGA
- Verhalten durch Angst?
- Plötzlich große Verlustangst
- Kita - Weinen wenn anderes Kind früher abgeholt wird