Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Früher Schock?

Frage: Früher Schock?

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Hallo Dr. Posth, wie schon erwähnt weint unsere 6 Monatige Tochter nun abends öfter und ich tröste sie natürlich, leide auch an chronischem Schlafmangel seitdem. Das ganze erinnert mich bzw schon lange verfolgen mich die Gedanken an meine fast 12 Jahre jüngere Schwester. Vor 21 Jahren weinte sie 6 Monate lang abends, sodass meine nervenstarke Mutter schon irgendwann mitweinte, nicht mehr konnte, da die Kleine damals nur getragen werden wollte. Mein Vater nahm sich dann der Sache an ( autoritärer Typ) und schrie sehr sehr laut und schüttelte solange an ihrem Bettchen bis sie still war. Mein Bruder und ich lagen in unseren Betten und heulten, weil wir Angst um die Kleine hatten das erzählt er heute noch, hatte aber Erfolg und sie schrie ab dem Zeitpunkt abends nicht mehr. Schrecklich war das, was hat es in dem Kind ausgelöst damals? Warum weinte sie nicht mehr? Ich las etwas über emotionale Wirkung. Vielen Dank für Ihre Informationen und Hilfen Nine


Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, es wäre natürlich interessant zu wissen, was aus ihrer jüngeren Schwester inzwischengeworden ist. Die Auswirkungen solcher Psychotraumatisierungen sind oft sehr diffizil und reichen weit in die psychosomatischen Störungen. Warum Kinder auf solche emotionalen Ausbrüche ihrer Eltern reagieren, hat mit zwei dingen zu tun. Zum einen ist es der große Schreck, der die Kinder verstummen lässt und Angst auslöst, die sich besonders bei Wiederholung tief in das Unterbewusstsein eingräbt. Zum anderen ist es das Bedürfnis der Kinder, ihren Eltern immer gefallen zu wollen (das ist ihre Überlebensgarantie) und demzufolge bereit sind, eigene berechtigte! Ansprüche zugunsten der elterlichen Ansprüche zurückzustellen. Der vom Verstand her ausgelöste Prozess bei den etwas größeren Kindern verbildet dabei das erworbene Selbst. Der rein emotional in Gang gesetzte Prozess führt über die Vermeidung zur Verdrängung. Das von den Eltern unerwünschte Verhalten verschwindet. Die Eltern halten das für einen erzieherischen Erfolg. Das stimmt aber nicht, es ist ein pädagogischer Misserfolg zu Lasten der emotionalen Entwicklung ihres Kindes. Viele Grüße PS: vielleicht schreiben Sie noch einmal, wie es mit ihrer Schwester weiter gegangen ist.


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