Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

einschlafen nachts / tags - 1 Jahr

Frage: einschlafen nachts / tags - 1 Jahr

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Hallo Herr Dr. Posth, meine kleine wird jetzt bald ein Jahr, und wird noch immer in den Schlaf gestillt, bzw.schläft auf meinem Arm ein. Sie wacht in der Nacht sehr oft auf, und schläft auch tagsüber nicht gut ein (nur in Trage, KiWa). Sie hat ein impulsives und ungeduldiges Temperament. Haben Sie Tipps, wie ich ihr beibringen kann, alleine - i.S von: in meinem Beisein, aber ohne herumtragen, -fahren - einzuschlafen? Die Schlafberatung (Schreiambulanz) sagt, ich solle doch mal mit etwas schreien lassen probieren, das erhöhe Regulationskompetenz. Nachts abstillen hat noch nicht geklappt. Tagsüber stille ich noch manchmal, z.B. jetzt, da krank, und wenn sie wenig ißt. Lege ich sie wach ins Bett, steht sie immer auf, und tut sich weh, da müde. Danke! P.S.: Tut mit leid, immer wieder Schlaffragen...


Dr. med. Rüdiger Posth

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Stichwort: Regulationsstörungstheorie Hallo wahrscheinlich 1/3 bis 1/2 der gesamten Fragen betrifft das Thema rund um den Schlaf. Das scheint ein Naturgesetz zu sein, und ich verfechte ja die Anerkennung der Naturgesetze, was soll ich mich beklagen. Fast alle sog. Schreiambulanzen arbeiten auf der Basis der Regulationsstörungetheorie, die in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts Fr. Prof. M. Papousek ins Leben gerufen hat. Sie beruht letztendlich auf einem verhaltenstherapeutischen Konzept. Es ist meiner Auffassung nach nicht konkordant mit der Bindungstheorie. Daher bin ich skeptisch, was die damit verbundenen Empfehlungen angeht. Schreien lassen ist für mich kein akzeptables Erziehungsprinzip. Das Schreien bedeutet Missachtung, Angst und Stress und schadet dem Urvertrauen und damit letzendlich dem entstehenden Selbstvertrauen. Das einschlafstillen kann man ohne Sorge vor Gewohnheit bis ins 2. lebensjahr fortsetzen. Es ist Teil des Einschlafrituals und damit heraus gelöst aus dem gesamten Stillkonzept. Im Laufe des 2. Lebensjahres sollte dann zunehmend der Vater das Einschlafritual übernehmen (Bestandteil der Loslösung) und damit entfällt das Stillen. Wenn man stark genug ist, ist auch Tragen immer noch ein wichtiges Beruhigungsprinzip, dass immer wieder auch einmal beim Einschlafen oder Wiedereinschlafen hilft. Viele Grüße


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