Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Posth, vielen Dank für Ihre Antwort vom 22.08., das mit der Beratungsstelle werden wir auf jeden Fall versuchen. Glücklicherweise ist es wesentl.besser geworden (knappe 10 entspanntere Minuten bis zum Schlaf).Meine 2. Frage ist eher philosophischer Natur: Wenn es zB. schlecht sein kann, Kindern Einschlafrituale wie neben/auf den Eltern einschlafen anzugewöhnen, was macht man, wenn das inzw.mobil gewordene (zum Stehen/Krabbeln fähige) Kind (auch nach sehr häufigem Wiederhinlegen) nicht in seinem Bett liegen möchte, sondern zum Einschlafen nach Nähe verlangt+trotz alternativer Bindungsangebote anhaltend wiederholt bis zur Erschöpfung weint ?Muss man dann doch eine "sanfte Konditionierung" durchführen gegen den Widerstand des Kindes? Wie geht man mit einem dringenden Bedürfnis des Kindes um (oder ist das nur elterliche Interpretation?), das man langfristig nicht dauernd zu erfüllen vermag?Vertraut man auf die Entwicklung und dass es sich auswächst? Danke für die Antwort!
Hallo, auf ihre philosophische Frage möchte ich auch philosophisch antworten. Was man sich nicht angewöhnt, wird auch nie Gewohnheit. Der Fehler, wenn man ihn als solchen bezeichnen möchte, liegt bei einem selbst und nicht beim Kind. Das ist die in der banalen Antwort versteckte Botschaft. Aber wenn man sicher in guter Absicht, etwas Falsches oder Ungünstiges angewöhnt hat, wie wird man es wieder los, ohne das Kind jetzt "zu bestrafen". Das ist die praktische Seite der theoretischen Abhandlung. Leider gibt es dazu kein einfaches Konzept. Da Gewohnheiten ja dem Kind zur Selbstregulation dienen, nimmt man ihm jetzt einen Teil davon weg. Das quittiert das seelisch gesunde Kind mit Protest. Verständlich. Wie geht man jetzt aber mit dem Protest um? Sanfte Konditionierung ist ein Paradoxon, so wie der Schnee in der Wüste. Nein viel einfacher: man kann auch liebe- und verständnisvoll abgewöhnen. Erste Möglichkeit, man setzt einen vergleichbar intensiven Gegenreiz. Zweitens, man erwehrt sich auf nette Weise der kindlichen Angewohnheit, da wo sie einen selbst zu sehr einschränkt (z.B. stundenlanges Pitschen in die Haut des mütter- oder väterlichen Halses zum Einschlafen). So schnell nimmt kein Kind Schaden, wenn es merkt, dass es seinen Eltern damit wehtut oder die Luft abschnürt. Viele Grüße
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