Mitglied inaktiv
Hallo Hr. Dr. Posth, wir schlafen mit unseren Kindern (gerade 3 geworden bzw. 8 Mon. alt) im Familienbett und begleiten sie in den Schlaf. Da unser älteres Kind eines ist, das schon immer recht wenig Schlaf benötigt, haben wir dadurch allerdings als Eltern ziemlich wenig gemeinsame Zeit. Ausnahmslos alle Eltern, die wir kennen, verlassen bei Kindern im Alter unseres älteren Kindes (oder auch jünger) nach einem Einschlafritual den Schlafraum. Dies ist natürlich weniger zeitaufwendig, als bis zum tiefen Einschlafen dabeizubleiben (vor allem, wenn man dabei öfters selbst mit einschläft...). Da die anderen Kinder auch durchaus keine Schwierigkeiten damit zu haben scheinen, allein einzuschlafen, fragen wir uns nun, ob wir uns und unseren Kindern mit der Einschlafbegleitung wirklich einen Gefallen tun. Haben denn wirklich alle anderen Eltern "pflegeleichte Ausnahmekinder" oder haben sich unsere Kinder nur an unsere Anwesenheit "gewöhnt"?
Hallo, lassen Sie sich nichts von anderen Eltern erzählen. Es scheint ein Sport unter jungen Eltern zu sein, mit ihren angeblichen erzieherischen Leistungen, die anderen Eltern beeindrucken zu wollen. Schauen Sie einmal in mein Form und die endlose Liste der Ein- und Durchschlafprobleme in deutschen Familien. Aus meiner Praxis kann ich zahllose weitere "Fälle" beisteuern. Was Sie feststellen, ist etwas anderes. die Mehrzahl der Eltern in Deutschland geht in der Schlaffrage bei ihren Kindern immer noch sehr rigoros vor. Schlafkonditionierungsprogramme sind weitaus beliebter als das gemeinsame Schlafen und die Einschlafbegleitung. Leider müssen wir Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ein dramatisches Ansteigen von Verhaltensausfälligkeiten im frühen Kindesalter feststellen, und die leider nur wenigen Therapieplätze reichen bei Weitem nicht mehr aus. Ihre Kinder sind nicht die Einschlafbegleitung im negativen Sinne gewöhnt, sondern die Zuwendung und das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit im positiven Sinne. Das wirkt sich in Zukunft sehr günstig für die gesamte emotionale und psychosoziale Entwicklung aus. Es schafft, wie man modern sagt, Resilienz. Das ist natürlich nur eine so nötig. In nicht mehr ferner Zeit können sie die beiden gemeinsam in ihrem Zimmer schlafen lassen und halten sich nur noch für Notfälle bereit. Ein schönes Einschlafritual gehört aber in die ganze frühe Kindheit. Viele Grüße PS: ich bin früher auch sehr oft bei meinen Kinder eingeschlafen. Mein Frau hat mich dann noch einmal geweckt. Der Schlaf hat mir immer gut getan!
Die letzten 10 Beiträge
- Übergänge gestalten
- Trennungsschmerz
- Wackelzahnpubertät oder auffälliges Verhalten?
- Wie viel Macht / Mitbestimmung für einen 8-jährigen
- richtiger Umgang in herausfordernder Phase
- Konsequentes Verweigern des Toilettenganges
- 6 Jährige plötzlich Probleme mit Trennung im KIGA
- Verhalten durch Angst?
- Plötzlich große Verlustangst
- Kita - Weinen wenn anderes Kind früher abgeholt wird