Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Dominanz?

Frage: Dominanz?

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Frohes neues Jahr! Unser älterer Zwilling (2) teilt gerne. Der Bruder nimmt ihm oft alles weg. Wenn der "Große" aber zuerst mit etwas spielt, der andere ihm das wegnehmen will, wir das verhindern, dann heult der "Verlierer" 2-3 mal. Sofort steht der "Große" auf geht hin, gibt ihm das Gewünschte ab, ist anschließend aber untröstlich. Zieht sich dann auch enttäuscht zurück. Ist das nur eine Entwicklungsphase? Müssen wir aufpassen, dass der "Jüngere" den Bruder nicht dominiert? Wie sollten wir uns verhalten, wenn immer nur einer die Auseinandersetzung gewinnt? Der "Große" ist eher ein ängstlicher Typ, der "Kleine" hat eine starke Präsenz. Vielen Dank für ihre Arbeit, MuckelsMama


Dr. med. Rüdiger Posth

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Stichwort: Moralentwicklung Hallo, grundsätzlich ist das schwierig, wenn Eltern in das Rivalitätsgeschehen ihrer Kinder um der gewünschten Gerechtigkeit willen einschreiten. Denn die Kinder mit 2 Jahren verstehen diese Gerechtigkeit nicht. Sie erkennen -vorläufig- nur das Prinzip einer ist stärker und "gewinnt", der andere ist schwächer und "verliert". Darin erkennen sie aber kein moralisches Problem, sondern nur ein natürliches Ordnungsprinzip und sicher auch den persönlichen Ärger, wenn sie unterliegen. Denn Unterliegen ist ein nagatives Attribut und schwächt das Selbst und den Sieg davontragen ein positives, das das Selbst stärkt. Allerdings empfinden sie jetzt so etwas wie Mitleid durch ihre zunehmende Fähigkeit, Empathie zu entwickeln. Das führt das bei eher defensiven Kindern dazu, dass sie dem Enttäuschten und Weinenden freiwillig das geben, was er zu haben beabsichtigt. Nach ihrer Guttat sind sie dann aber selbst enttäuscht, weil sie ein Attribut verloren haben. So erklärt sich das Verhalten und reagieren Ihres Größeren. Viel tun dagegen können Sie im Moment noch nicht. Am besten ist es immer, dem Enttäuschten und Unterlegenen erst einmal einen einigermaßen attraktiven Ersatz anzubieten. Ihn zum Hergeben oder Zurückgeben aufzufordern führt zu demselben Ergebnis wie zuvor bei dem Benachteiligten. Dann wird nämlich er "knatschen". Viele Grüße und auch Ihnen ein gutes, neues Jahr


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