arik
S.g.Dr.Posth, nicht nur in Elternratgebern wird die Ferber-Methode empfohlen, sondern auch in der Fachliteratutr der Kinder-und Jugendpsychotherapie u.a. Leitfaden KJP "Psychische Störungen im Säuglings- und Kleinkindalter" Hogrefe, oder auch bei Papousek. Man geht sogar so weit, zu erwähnen, dass sich die Eltern beim Ferbern auch nicht vom Erbrechen und Blauanlaufen des Säuglings abhalten lassen sollten. Wie erklären sie sich das hohe Ansehen der Methode in der Fachwelt und diesen unethischen Umgang mit dem Säugling? Wieso ist diese verhaltenstherapeutische Methode auch unter fast allen Psychoanalytikern so gängig? Danke für ihre tolle Arbeit
Hallo, auch ich bin Bezieher der Buchreihe aus dem Hogrefe-Verlag über die psychischen Erkrankungen im Kindesalter. Das heißt, den von Ihnen zitierten Passus aus dem neuen Band über die sogenannten Regulationsstörungen, die hier allerdings nur "Psychische Störungen im Säuglings- und Kleinkindesalter" genannt werden, habe ich ebenfalls gelesen und kann dazu nur mein Befremden zum Ausdruck bringen. Wohlwollend gesagt würde ich behaupten, hier ist dem Lektorat etwas durchgegangen. Allgemein befleißigt man sich in der Propagierung von konditionierenden Therapien auf der Grundlage negativer psychischer Reize die unschöne Seite des Geschehens im Text auszulassen. Damit will man wohl hauptsächlich dem Ethikproblem aus dem Weg gehen. Hier aber rennt man mit den die Wirklichkeit der Therapie beschreibenden Aussagen mitten hinein. Aber man schwächt das ganze ab mit dem Versuch, die Eltern von Vornherein mit ins Boot zu holen, damit sie hinterher nicht sagen können: "hätte ich das gewusst..." Nun lesen Eltern ja nicht solche Bücher. Sind Sie, wenn ich fragen darf, aus dem Fachbereich? An Fachleute gerichtet stellt sich der relativierende Aspekt ein, dass jeder Therapeut ja selbst entscheiden muss, wie weit er bei seinen Empfehlungen geht. So ist das Geschriebene vielleicht auch gleichzeitig als Warnung zu verstehen. Auf jeden Fall ist es so, dass in der derzeit üblichen Therapie verhaltensschwieriger Kinder in der Säuglingszeit und frühen Kindheit das verhaltenshterapeutische Konzept auf der Basis operanter Konditionierung allem anderen den Rang abläuft. Das mag einerseits daran liegen, dass anderslautende Stimmen noch nicht laut genug sind und zu wenig gehört werden. Andererseits gibt es natürlich auch eine meinungsbildende Wissenschaft, die sich treu an ihre Prinzipien hält und auch nur das publiziert und auf Kongressen vertritt oder vertreten lässt, was nicht konträr zu ihren Leitlinien steht. Diesbezüglich sind zurzeit Bestrebungen der deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jngendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Gange, die Richtlinien genau so auch zu formulieren. Gegenstimmen wie z.B. die der GAIMH (Gesellschaft für die seelische Gesundheit in der Kindheit) finden nur in angehängten Kommentaren statt. Unter solchen Fachgesellschaften gibt es keineswegs eine schnelle Übereinstimmung. Was irritiert an dem Buch aus dem Sie zitieren, ist der Rückgriff fachlich geschulter Autorenschaft auf ein populäres Programm, das in einfachen Elternratgebern vertreten wird. Sonst wird doch immer auf die lupenreine Wissenschaft gepocht. Aber offenbar haben die Kinder- und Jungedpsychiater gar kein anderes, eigene Programm. Und auch in den an die Psychiatrien angeschlossenen, ambulanten therpeutischen Einrichtungen wird nicht anderes angeboten. Das haben Eltern hier im Forum und woanders schon hinlänglich bekundet. Lediglich wieder auf dem Buchmarkt populärwissenschaftlicher Veröffentlichungen, den der ist wirklich demonkratisch, gibt es die anderslautenden Stimmen, die mit dem "schwierigen Säugling und Kleinkind" in anderer Weise umzugehen empfehlen. Da werden dann sanfte Methoden neben tiefenpsychologisch und psychodynamisch ausgerichtete gestellt und abseits des wissenschaftlichen Diktats ausgiebig und mit vielen Fallbespielen vorgestellt (z.b. Sibylle Lüpold mit ihrem Buch "Ich will bei euch schlafen", aber auch versch. andere). Mein Forum ist darum bemüht, diese Möglichkeit anders ausgerichteter Information für betroffene Eltern niedrigschwellig anzubieten. Da will ich es dann auch nicht versäumen, mein neues Buch "Gewaltfrei durch Erziehung" im Waxmann Velag, das nächste Woche auf dem Markt erhältlich ist, zu erwähnen. Darin bemühe ich mich, diese anders lautenden Konzepte im Umgang mit schwierigen Säuglingen und nachfolgenden familiären Beziehungs- und Bindungsstörungen umzusetzen und eine spezielle Erziehungsweise zu entwickeln, die emotionale Integration an die Stelle von Kondotionierung setzt, wie Reifung an die Stelle von Anpassung und Regelkonzept an die von Grenzsetzung usw. Viele Grüße
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